US-Forscher fordern Verbot von Tierorgan-Transplan..

dpa 21.01.98 14:01


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US-Forscher fordern Verbot von Tierorgan-Transplantationen

New York (dpa) - Ein Verbot für die Verpflanzung von Tierorganen zur Rettung kranker Menschen haben amerikanische Wissenschaftler verlangt.

Zu Beginn einer zweitägigen Debatte über die Zulassung solcher Xenotransplantationen in den USA forderten die Forscher am Mittwoch ein entsprechendes Moratorium "aus ethischen Bedenken". Über die tierischen Organe könnten fremde Viren in den menschlichen Körper eindringen und sich ausbreiten.

Der Immunbiologe Fritz Bach von der Harvard-Universität in Cambridge (Massachusetts) und Kollegen verbreiten ihre Warnung in der Februarausgabe von "Nature Medicine". Das Journal gab den Appell der besorgten Forscher jedoch schon am Mittwoch vor der Anhörung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) in Washington frei.

Darin heißt es, die Öffentlichkeit müsse über die Risiken solcher Transplantationen für die gesamte Bevölkerung aufgeklärt werden. Jüngste Fortschritte in der Gentechnologie machten die Verpflanzung von Organen speziell gezüchteter Schweine "zu einer praktikablen Möglichkeit".

Tatsächlich werden Parkinson-Patienten schon jetzt Zellen von Schweinen in das Gehirn verpflanzt. Ein anderes von der FDA genehmigtes Experiment erlaubt es Patienten, die Wartezeit auf die Leber eines menschlichen Spenders mit einer Schweineleber zu überbrücken.

Mit der Verpflanzung tierischer Organe aber wächst die Gefahr, daß neue Viren auf den Menschen übertragen werden, warnen die Mediziner. Die fremden Viren könnten nicht nur den Organempfänger, sondern auch seine Familie und Freunde infizieren und sich schnell ausbreiten. Vom Schweine-Virus PERV (porcine endogenous retrovirus) sei bekannt, daß es in menschliche Zellen eindringe.

Xenotransplantationen sind nach Auffassung der Mediziner genau das Gegenteil von Immunisierung. Impfaktionen und andere Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems "schützen die Allgemeinheit und nehmen dafür gelegentliche Gegenreaktionen bei einzelnen Menschen in Kauf".

Xenotransplantationen dagegen bieten "mögliche Vorteile für einzelne Menschen und riskieren dafür das Wohl der Bevölkerung", warnen Bach und Kollegen. dpa go aj


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