Fünfjähriger Stopp für Freisetzung von Gen-Organis..

dpa 06.03.98 14:47


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Fünfjähriger Stopp für Freisetzung von Gen-Organismen gefordert

Brüssel (dpa) - Einen fünfjährigen Stopp für die Freisetzung und Vermarktung von gentechnisch veränderten Organismen haben Teilnehmer einer internationalen Konferenz in Brüssel gefordert.

Diese Zeit sei notwendig, um sorgfältige Versuche über die Risiken der Gentechnik zu machen, sagte die Biologin Beatrix Tappeser vom Öko-Institut Freiburg (Baden-Württemberg) am Freitag am Rande der Konferenz.

Neue Forschungen hätten frühere Annahmen über die Ungefährlichkeit von gentechnisch veränderten Organismen "vollständig widerlegt".

Auch die Grünen-Europaabgeordnete Hiltrud Breyer sagte, neue Studien belegten die Risiken der Gentechnologie. Der EU-Kommission warf sie vor, diese Gefahren "in unverantwortlicher Weise" zu verharmlosen und das Vorsorgeprinzip nicht einzuhalten.

"Die Politik hat aus der Krise um die Rinderseuche BSE nichts gelernt", sagte Breyer. Es sei nicht auszuschließen, daß durch den Einbau von Antibiotika in Pflanzen Resistenzen beim Menschen entstünden. Es drohe eine "therapeutische Katastrophe", die das BSE- Desaster in den Schatten stellen werde.

In einer Resolution wurde eine Haftung für mögliche Gesundheits- oder Gesundheitsschäden bei allen Freilandversuchen und bei der kommerziellen Anwendung der Gentechnik in der EU verlangt.

"Der Gebrauch von Gentechnik in der Landwirtschaft, Tierzucht und Lebensmittelproduktion stellt nicht zu akzeptierende Risiken für Mensch und Umwelt dar", heißt es in der Erklärung.

Die Langzeitfolgen müßten durch unabhängige Wissenschaftler untersucht werden. Zudem müßten alle gentechnisch hergestellten Produkte klar gekennzeichnet werden. Zu der zweitägigen Konferenz über Risiken der Gentechnik hatte die Fraktion der Grünen im Europaparlament eingeladen. dpa as aj


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