Japan/ Japans "Nobelpreise" an Forscher aus Belgien..
dpa 28.04.98 13:58
Copyright dpa, 1998
Japan/ Japans "Nobelpreise" an Forscher aus Belgien und Japan
Tokio (dpa) - Zwei Wissenschaftler aus Belgien und ein Japaner sind am Dienstag in Tokio
mit den "japanischen Nobelpreisen 1998" ausgezeichnet worden. Die Science and
Technology Foundation of Japan vergab im Beisein des japanischen Kaiserpaares die mit
jeweils 50 Millionen Yen dotierten Preise an die Belgier Jozef S. Schell und Marc C.E. Van
Montagu sowie den Japaner Leo Esaki.
Die Forscher wurden für die Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen und neuer
Materialien ausgezeichnet. Die von der Regierung gegründete und von der Industrie
finanzierte Stiftung vergibt ihre Preise seit 1985 an Wissenschaftler, die
anerkanntermaßen die Grenzen des Wissens erweitert haben.
Der aus Belgien stammende Professor Jozef Schell (62) ist seit 1978 Direktor am
Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln. Van Montagu (64) ist
Wissenschaftlicher Direktor am Genetics Departement des Flanders Interuniversity Institute
for Biotechnology. Beide hatten mit der Erforschung eines gen-transportierenden Bakteriums
wesentliche Grundlagen für die Züchtung gentechnisch veränderter Pflanzen geschaffen.
Die beiden Biologen untersuchten, wie das Boden-Bakterium "Agrobacterium
tumefaciens" seine Gene in die Zellen von Pflanzen einschleust. Normalerweise löst
es damit krankhafte Wurzelhalsgallen aus. Aus ihren Erkenntnissen wurden
"Gen-Taxis" entwickelt, um erwünschtes Erbgut in Pflanzen einzuschleusen.
Ihr japanischer Kollege Esaki (73), Professor an der Universität Tsukuba, trug mit seinen
Forschungen zur Herstellung von künstlichen Kristallgittern bei. Das habe zur Entwicklung
neuer Materialien geführt, die in der drahtlosen Telekommunikation und der Aufzeichnung
auf Magnetbändern eine große Rolle spielen, erklärte die Stiftung.
Esaki hatte 1973 bereits den Nobelpreis für Physik erhalten. Er wurde damsls für die
Erforschung des sogenannten Tunnel-Effekts ausgezeichnet. dpa ln ru