Schering verstärkt Genforschung und Biotechnologie

dpa 29.04.98 15:31


Copyright dpa, 1998
Schering verstärkt Genforschung und Biotechnologie

Berlin (dpa) - Der deutsche Pharmakonzern Schering AG (Berlin) setzt verstärkt auf die Gen- und Biotechnologie. "Die Gentechnk und vor allem die Entschlüsselung des menschlichen Genoms sind unverzichtbar für die Entwicklung von neuen Arzneimitteln", sagte Vorstandschef Giuseppe Vita am Mittwoch vor der Hauptversammlung in Berlin.

Er kündigte an, in diesem Jahr 1,3 Milliarden Mark für Forschung und Entwicklung auszugeben. Die Biotechnologie berge große Chancen für die Landwirtschaft und Umwelt. Vor dem Tagungshotel demonstrierte ein Dutzend Menschen gegen Genmanipulationen im Agrarbereich.

Mit einem zweistelligen Umsatzplus ist Schering in das neue Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um elf Prozent, sagte Vita.

Nach diesem guten Ergebnis rechne er für das ganze Jahr mit einer Steigerung "im hohen einstelligen Bereich". Die Hauptversammlung beschloß, 171 Millionen DM Bilanzgewinn-Summe an die Aktionäre auszuschütten. Das entspricht einer Dividende von 2,50 DM pro Fünf- DM-Aktie.

Die Hauptversammlung strich die Stimmrechtsbeschränkung aus der Satzung. 1937 war das Höchststimmrecht auf 3,5 Prozent des heutigen Grundkapitals beschränkt worden. Ziel war, feindliche Übernahmen durch ausländische Konzerne oder die IG Farben zu verhindern.

Der Vorstand wurde auch ermächtigt, eigene Aktien im Kurswert von 500 Millionen DM zurückzukaufen. Dadurch erhöhe sich die Rentabilität, da das Grundkapital verringert werde, erklärte Vita. Für die Aktionäre erhöhe sich der Gewinn pro Aktie.

Schering sei besonders erfolgreich bei Medikamenten zur medizinischen Diagnostik und zur Empfängnisverhütung und Hormonkontrolle. In diesem Segment halte Schering weltweit einen Marktanteil zwischen 20 und 30 Prozent, erklärte Vita.

Wegen der Finanzkrise in Asien rechnet Schering 1998 auf den fernöstlichen Märkten mit einem Umsatzrückgang von 100 Millionen DM, der den Firmengewinn um 25 Millionen mindern könnte.

1997 hatte Schering den Umsatz um 18 Prozent auf 6,2 Milliarden DM erhöht und einen Gewinn von 446 Millionen DM ausgewiesen. Auch das Gemeinschaftsunternehmen mit Hoechst, die AgrEvo GmbH (Berlin), habe im ersten Quartal 1998 ihren Umsatz um elf Prozent steigern können. dpa jp gp


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