Gen-Camp geräumt - Gentecrübe ausgesät

Am Vormittag des 11.05.1998 war es soweit. 40-50 Mitarbeiter des IfZ und Landwirte demontierten das Gen-Camp in Rosdorf/Obernjesa unter den Augen der teilnahmslosen Polizei. Sehr schnell wurde eine Bodenbearbeitung und die Aussaat der genmanipulierten, herbizidresistenten Zuckerrüben vorgenommen. Insbesondere die Landwirte sind mit großem Eifer an die Zerstörung des Camps herrangegangen. Auf das Angebot der BesetzerInnen, die Zelte und Anderes selbst abzubauen wurde nicht eingegangen. Die Zusage von der Polizei und Herrn Harms, AgrEvo, einen Teil des Camps unbehelligt zu lassen wurde mißachtet. Bis etwa 80 weitere GentechnikgegnerInnen 1 1/2 bis 2 Stunden später eintrafen war die Aussaat fast abgeschlossen. Eine aktive Behinderung der weiteren Arbeiten wurde bewußt nicht durchgeführt.

Fünf Wochen bestand die Ackerbesetzung in Rosdorf/Obernjesa. Nur durch diese Aktion war es möglich das Thema in der Region weiter am kochen zu halten. Anfänglich Skepsis gegenüber dieser Widerstandsform, auch eines Teils der GentechnikkritikerInnen, wich einer breiten Unterstützung des Lagers. Erfolgreich wurde die Bevölkerung uber die Gefahren dieses Versuches, und der Gentechnik in der Landwirtschaft allgemein, informiert. Nach Ansicht des Aktonsbündnisses Friedland/Rosdorf für Gentechnikfreie Landwirtschaft ist dies schon der halbe Weg zum Erfolg. "Sobald die VerbraucherInnen merken, daß es bei der Gentechnik ausschließlich um die Profitgier der Großindustrie geht, und nicht etwa um gesündere Nahrungsmittes, ist der Schritt hin zur Ablehnung dieser Technologie nicht mehr weit. Diese Haltung kann die Bevölkerung dann an der Wahlurne und beim Einkauf von Lebensmitteln zum Ausdruck bringen."

Trotz Räumung und Aussaat war die Besetzung ein Erfolg, es hat sich allemal gelohnt, so die allgemeine Einschätzung der DemonstrantInnen. Auch in den nächsten Monaten wird das Aktionsbündnis nicht verstummen, und seinen Protest deutlich zum Ausdruck bringen.

Aktionsbündnis Friedland/Rosdorf für gentechnikfreie Landwirtschaft

Alexander Hissting

Tel: 05542-98 12 42; 05542-71 455 (priv)

Fax: 05542-98 12 42

E-mail: hissting@wiz.uni-kassel.de

WWW: http://www.wiz.uni-kassel.de/fsr/ger/studgr/arche/ortea-f/friedlan.html


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