Umwelt-Konferenz: Haftung bei Schäden durch Gen-Pf..

dpa 15.05.98 14:26


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Umwelt-Konferenz: Haftung bei Schäden durch Gen-Pflanzen

Bratislava (dpa) - Firmen sollen künftig für Schäden durch gentechnisch veränderte Pflanzen haftbar gemacht werden können. Zum Abschluß der vierten Rio-Nachfolgekonferenz zur Artenvielfalt wurde am Freitag in Bratislava nach Angaben von Umweltorganisationen ein entsprechender Beschluß einstimmig gefaßt.

Dieses Vorhaben könne nun in einem Protokoll der Konvention über die biologische Vielfalt bis zum Februar 1999 festgelegt werden, erklärte Hartmut Meyer vom Forum Umwelt und Entwicklung, einem Dachverband deutscher Umwelt- und Entwicklungsverbände.

Er bewertete dies als "Durchbruch" im Kampf um Schutz vor gentechnisch veränderten Pflanzen. Staaten hätten dann auch eine rechtliche Handhabe, sich gegen die Einfuhr manipulierter Pflanzen zu schützen.

Auf der von 1 200 Delegierten aus 160 Ländern besuchten Konferenz waren weitere Maßnahmen zugunsten der Artenvielfalt zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aber umstritten.

So möchten nach Angaben von Meyer die Pharmafirmen weiterhin umsonst die Pflanzenwelt auf Wirkstoffe untersuchen und die "Heimatländer" nicht am etwaigen Gewinn aus Medikamenten beteiligen. "Ein politisches Signal hin zu einer gerechteren Verteilung hat es nicht gegeben", erklärte Meyer.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zog eine überwiegend positive Bilanz des zweiwöchigen Treffens. Einige Beschlüsse bedeuteten ein starkes Warnsignal für die Benutzung von "Terminator- Genen". Diese Gene verhindern die natürliche Fortpflanzung und zwingen zum Kauf immer neuen Saatguts.

Den schönen Worten müßten aber auch Taten der Regierungen folgen, erklärte Greenpeace-Sprecher Wolfgang Pekny. Die Umsetzung des Geists der Erklärungen müsse zum Beispiel in der Frage der Treibnetz- Fischerei im Mittelmeer oder der Abholzung der kanadischen Wälder überprüft werden.

Die Konvention über die biologische Vielfalt wurde 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet. Dem völkerrechtlich verbindlichen Abkommen sind bisher 171 Staaten beigetreten. dpa rö fa


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