Greenpeace
Presseerklaerung vom 25.8.1998
Greenpeace findet Nestles Butterfinger
ARAL und ESSO verkaufen erste Gentech-Schokoriegel ohne
Kennzeichnung
Muenchen/Hamburg, 25.8.98 - Greenpeace hat in ESSO- und ARAL-Tankstellen in Muenchen die ersten Exemplare des gentechnisch-manipulierten Nestle-Schokoriegels "Butterfinger" entdeckt - ohne Hinweis auf gentechnisch manipulierte Inhaltsstoffe.
Nestle plant, den Butterfinger in Kuerze als erstes Lebensmittel mit Gentech-Mais in Deutschland zu vermarkten. Angesichts der am 1. September in Kraft tretenden Kennzeichnungspflicht hatte Nestle noch vor wenigen Tagen versprochen, den Schokoriegel mit einem Hinweis auf die gentechnische Manipulation zu kennzeichnen.
"Aral und Esso sollen den Verkauf sofort einstellen. Gentechnik gehoert nicht ins Essen, und schon gar nicht in Suessigkeiten, die vor allem an Jugendliche verkauft werden", fordert der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Jan van Aken.
Ein Nestle-Sprecher erklaerte dazu in Frankfurt, dass diese nicht gekennzeichneten Schokoriegel von dritter Seite aus den USA importiert worden seien. Nestle uebernehme keine Verantwortung dafuer.
Nestle hatte Anfang August die Absicht zur Einfuehrung des ersten gentechnisch manipulierten Lebensmittels in Deutschland zugegeben, nachdem Greenpeace zuvor die vertraulichen Plaene von Nestle veroeffentlicht hatte. Nach Angaben von Nestle enthaelt der Schokoriegel, der in den USA produziert wird, gentechnisch manipulierten Mais.
"Deshalb deklarieren wir", versicherte der Geschaeftsfuehrer von Nestle Deutschland, Hans Gueldenberg, noch am 13. August in einem Interview mit der "Zeit". Auf den Schokoriegeln, die Greenpeace nun in Muenchen gefunden hat, findet sich aber keinerlei Hinweis, dass es sich um ein gentechnisch manipuliertes Produkt handelt.
"Nun werden die Verbraucher endgueltig verwirrt. Genmanipuliert, aber nicht gekennzeichnet, Nestle-Produkte, von denen Nestle angeblich nichts weiss. Verliert nun auch Nestle die Kontrolle ueber die Gentechnik?" fragt Jan van Aken.