Deutschland/Umwelt/ Greenpeace fordert Verbot von G..

dpa 06.10.98 13:41


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Deutschland/Umwelt/ Greenpeace fordert Verbot von Genmais mit Antibiotikum-Resistenz

Frankfurt am Main (dpa) - Gentechnisch veränderter Mais, der ein Resistenz-Gen gegen Antibiotika besitzt, muß nach Ansicht der Umweltorganisation Greenpeace umgehend verboten und vom Markt genommen werden.

Der Mais der Schweizer Chemiefirma Novartis sei in diesem Jahr erstmals auch in Deutschland angebaut worden, sagte Greenpeace- Experte Jan van Aken am Dienstag in Frankfurt. Zwar sei die Gesamtfläche von 350 Hektar - verteilt auf einzelne Felder in Baden- Württemberg, Hessen und Bayern - sehr klein, aber die genauen Standorte seien nicht bekannt, und so könne die Ernte unbemerkt ins Viehfutter gelangen.

Schon die bloße Möglichkeit einer Übertragung des Antibiotika- Resistenz-Gens über die Nahrungskette bis zum Menschen hält van Aken für so gefährlich, daß der Mais nicht angebaut werden dürfe. Das in den Novartis-Mais eingeschleuste Antibiotika-Resistenz-Gen erhöhe die Gefahr, das Krankheitserreger mit manchen Antibiotika nicht mehr wirksam bekämpft werden können.

Betroffen seien Mittel mit Ampicillin und eine Reihe verwandter Penicilline, die unter anderem gegen Mandelentzündungen, Scharlach und Keuchhusten eingesetzt werden. In Deutschland werden diese Mittel nach Auskunft van Akens zwölf Millionen Mal im Jahr verordnet.

Frankreich habe die Gefahr erkannt, die dortige Ernte liege inzwischen hinter Schloß und Riegel. Das oberste französische Verwaltungsgericht hatte Ende September die Genehmigung für Anbau und Verkauf der Sorte mit einer einstweiligen Verfügung ausgesetzt.

Verbraucher-Organisationen, Ärzte- und Umweltverbände in Deutschland hatten Novartis aufgefordert, den Verkauf von genveränderten Mais einzustellen. dpa sh yy jb


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