Afrikanische Wissenschaftler warnen
Gentechnik verdrängt alternative Forschung
LONDON(mw).-Die Konzentration auf gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht und im Pflanzenschutz verdrängen alternative Forschungsanätze. Von dieser Entwicklung haben Biologen auf einer internationalen Tagung des Overseas Development Institute in London gewarnt.
Afrikanische und britische Wissenschaftler beklagten, daß neben den Industrie-Konzernen inzwischen auch Förderer wie die Rockefeller-Stiftung rund die Hälfte ihrer Mittel in Biotechnologie investieren. Ziel der Investoren sei es, mit marktreifen Produkten Geld zu verdienen. Gerade die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern benötige aber günstige Alternativen zum genetisch veränderten Saatgut, das von den Lieferanten abhängig mache.
Hans Herren, Direktor des Zentrums dür Insektenphysiologie und -ökologie in Nairobi (Kenia), kritisierte, der biologische Pflanzenschutz werde boykottiert, weil damit für die Industrie kein Geld zu verdienen sei. Die Industrie sei nicht daran interresiert, Schädlinge mit ihren Freßfeinden zu bekämpfen, weil dadurch der Einsatz teuren Saatguts überflüssig werde.

Aus: Natur und Umwelt, Magazin des Bund Naturschutz


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