Greenpeace-Newsletter
4. Dezember
Internationale Medizinexperten besorgt über den Einsatz von Antibiotika-Resistenzen im Genmais von Novartis
Eine deutliche Mehrheit von Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Chemotherapie tätig sind, hält die Antibiotika-Resistenzgene im gentechnisch veränderten Mais von Novartis (1) für ein inakzeptables Risiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die am 30.11.1998 im Newsletter der Internationalen Gesellschaft für Chemotherapie (International Society of Chemotherapy ISC) veröffentlicht wurde (2).
Von 198 Experten aus 25 Ländern hielten 75 Prozent das Risiko für inakzeptabel, 34 Prozent empfahlen, mehr Untersuchungen zur Risikoabschätzung durchzuführen, bevor der Mais ohne Einschränkung zugelassen werden kann. Lediglich zwei Prozent der befragten Wissenschaftler hielten den Mais für sicher.
Es besteht das Risiko, daß die Antibiotika-Resistenzgene von Pflanzen auf Bakterien übergehen und dadurch die Wirkung von Antibiotika gefährden könnten. Bereits im September dieses Jahres hat der Präsident der Berliner Ärztekammer, Dr. Ellis Huber, vor unnötigen Gesundheitsgefahren durch den gentechnisch manipulierten Mais gewarnt.
Der französische Staatsrat hat wegen der Bedenken bezüglich der Antiobiotika-Resistenzgene im September dieses Jahres eine einstweilige Verfügung geben den Novartis Mais verhängt.
Greenpeace hat in Deutschland bereits die Unterschriften von über 1.300 Ärzt/innen, Apotheker/innen und anderen in medizinischen Berufen Beschäftigten für einen Offenen Brief an Novartis gesammelt (3). Novartis wird darin aufgefordert, freiwillig auf den Einsatz von Antibiotika-Resistenzgenen zu verzichten und den bereits in Europa zum Anbau zugelassenen gentechnisch veränderten Mais zurückzuziehen.
Greenpeace fordert die Europäische Kommission auf, die Bedenken der Wissenschaftler ernst zu nehmen und auf Grundlage des Vorsorgeprinzips den gentechnisch veränderten Mais von Novartis in Europa zu verbieten. Gefordert sind aber auch die nationalen Regierungen, die dem Beispiel Frankreichs folgen und nationale Verbote aussprechen müssen.
(1) Der gentechnisch manipulierte Mais von Novartis enthält ein Resistenzgen gegen Ampicillin und eine Reihe weitere Antibiotika, wie Penicillin G. und Amoxycillin. Alleine in Deutschland wurden diese Antibiotika 1996 zwölf Millionen mal verschrieben.
(2) Pechére J.C.: Concerns about the presence of a b-lactamase gene in a transgenic maize. Newsletter of the International Scociety of Chemotherapy, 30.11.1998
(3) Den
Offenen Brief der Ärzte und Apotheker an Novartis können Sie
sich unter http://www.greeenpeace.de/GP_DOK_3P/BRENNPUN/F9712OB.HTM
auf den Internet-Seiten von Greenpeace Deutschland herunterladen.