NATURGESETZ PARTEI - http://www.naturgesetz.de
Fachgruppe Gentechnik
Am Berg 13 -
49143 Bissendorf
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17. Feb. 99
Professor Pusztai und die "Killerkartoffeln"
Bereits seit einer Woche sind die englischen Zeitungen voll von den skandalösen Vorgängen um die Forschungen von Professor Pusztai. Schon vorher stellte Oppositionsführer William Hague einige unangenehme Fragen an Regierungschef Tony Blair zum Thema genmanipulierte Nahrungsmittel.
Trotzdem ist dieses heiße Eisen keineswegs eine britische Angelegenheit. Gentech-Nahrung geht auch jeden Deutschen, ja alle Erdbewohner, an. In Großbritannien werden die Skandale und Risiken öffentlich diskutiert, in Deutschland jedoch verschwiegen.
Die Geschichte von Professor Pusztai, weltbekannter Spezialist und Berater der britischen Regierung für Gentechnik, hat sich schon häufig ereignet. Zum ersten Mal wurde sie in der Geschichte der Wissenschaft als der Fall Galilei bekannt.
Heute läuft sie in etwa so ab: Biotech-Industrie oder Regierung vergibt Aufträge zur Erforschung von Gentech-Futter. Renommierte Forscher stellen alarmierende Gesundheitsrisiken fest. Die Tatsachen gelangen an die Öffentlichkeit. Nun wird dementiert: Die mit allen Regeln der Wissenschaft erbrachten Fakten und Resultate seien gefälscht, beruhten auf einem Irrtum oder seien falsch interpretiert. Das ist der eigentliche Skandal: Mit allen Mitteln versucht die Biotech-Industrie, Wissenschaft und Politik ihren Zwecken gefügig zu machen.
In einem Fernsehinterview warnte Prof. Pusztai vor genmanipulierter Nahrung: "Ich würde kein Genfood essen" und er findet es "sehr unfair, dass die Mitbürger als Versuchskaninchen benutzt werden."
Die Wirkungen der Genkartoffel auf die Ratten ist geradezu fürchterlich: übermäßiges Wachstum von Leber und Herz und einzelnen Magenabschnitten sowie Verkleinerung des Gehirns.
Offizielle Verlautbarungen der Biotechindustrie versuchen noch zu retten, was zu retten ist. Diese genmanipulierten Kartoffeln, so wird gesagt, sollten ja gar nicht vermarktet werden. Das ist soweit richtig.
Aber nach den bisherigen Erkenntnissen von Professor Pusztai und anderen Wissenschaftlern ist die tödliche Wirkung der Kartoffel auf den sogenannten "Schalter" zurückzuführen. Dieses Schaltergen befindet sich auch in anderen genmanipulierten Lebensmitteln, nämlich im Soja, und Mais - beide bereits für alle EU-Länder zugelassen - sowie in der Gentech-Tomate aus USA, die in Großbritannien zu Ketchup verarbeitet wird.
Auch der Mut von Prinz Charles ist zu bewundern und seine Warnungen kann man nur unterstreichen "Vorsicht im Umgang mit Gentechnik", jeder solle auf Nummer sicher gehen und im Zweifelsfalle seine Nahrungsmittel im Naturkostladen kaufen.
Informationen über genmanipulierte Lebensmittel in Deutschland können Sie bei der Fachgruppe Gentechnik anfordern. (Anschrift s. oben)
Traude Langer
Dipl. Chem.