Chirac-Initiative für Lebensmittel-Kontrolle abgeb..
dpa 20.06.99 07:59
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Chirac-Initiative für Lebensmittel-Kontrolle abgeblockt
Köln (dpa) - Frankreichs Präsident Jacques Chirac hat sich mit seiner Initiative für
eine globale Behörde zur Lebensmittel-Kontrolle beim Gipfeltreffen der sieben führenden
Industriestaaten und Rußlands (G-8) in Köln nicht durchsetzen können. Die Staats- und
Regierungschefs vereinbarten in ihrem Abschlußkommunique vom Sonntag, die Risiken für
Verbraucher auf diesem Sektor, auch durch Folgen der Biotechnologie und Gentechnik,
zunächst durch Arbeitsgruppen weiter untersuchen zu lassen. Ein Bericht dazu soll dem
nächsten G-8-Gipfel im Juli 1999 in Japan vorgelegt werden.
Chirac hatte nach den jüngsten Fällen von Dioxin-Vergiftungen von Fleisch und auch
belasteten Getränken in Belgien die Bildung einer "Weltbehörde für die Sicherheit
von Lebensmitteln" vorgeschlagen. Er begründete das mit den wachsenden Sorgen in
Europa um sichere Lebensmittel. Nach dem Rinderwahnsinn (BSE) hätten die Dioxin-Fälle
die Europäer aufgeschreckt. "Die Bevölkerung ist erschüttert und
traumatisiert", sagte er.
Nach Angaben aus verschiedenen Delegationen wollten vor allem die USA zum jetzigen
Zeitpunkt der Chirac-Initiative nicht folgen. Chirac griff in der Runde der Staats- und
Regierungschefs die USA und Kanada direkt wegen ihrer Haltung zu hormonbehandelten
Kälbern an, hieß es aus der französischen Delegation. Die Nordamerikaner ignorierten
Gesundheits-Bedenken der Bevölkerung, indem sie das EU-Verbot zur Einfuhr
hormonbehandelter Kälber und Rinder kippen wollten. Die USA handelten aus "rein
kommerziellen Interessen. dpa ba yy fk/ru