Gentechnik-Zulassungs-Skandal in den USA
Gerichtsverfahren deckt Widersprüche innerhalb der FDA (Federal Drug
Association) über die Sicherheit von biotechnischer Nahrung auf.
Die Debatte über gentechnisch produzierte Nahrungsmittel erreicht
Amerika... In einem Gerichtsverfahren kürzlich aufgedeckte Dokumente
beweisen Widersprüche innerhalb der FDA bezüglich der Sicherheit von
gentechnisch entwickelten Nahrungsmitteln.
Ein Artikel von: (Gemeinschaft für Bio-Integrität)
Alliance for Bio-Integrity
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Zur sofortigen Veröffentlichung: 24. Juni 1999
Gerichtsverfahren deckt Widersprüche innerhalb der FDA (Federal Drug
Association) über die Sicherheit biotechnologischer Nahrungsmittel auf.
Stellungnahme von Steven M. Druker Dr. Jur.,
Geschäftsführer der Gemeinschaft für Bio-Integrität,
Koordinator und Prozeßbevollmächtigter
in dem Gerichtsverfahren gegen die FDA mit dem Ziel, gesetzlich
vorgeschriebene Sicherheitstest- und Kennzeichnungspflicht für genetisch
veränderte Nahrungsmittel durchzusetzen
(in Zusammenarbeit mit der Rechtsabteilung des Zentrums
für Technologiebewertung in Washington, D.C.).
Im Mai 1998 strengte eine Koalition von öffentlichen Interessengruppen aus
Wissenschaft und Kirche einen richtungweisenden Prozeß gegen die
U.S.- amerikanische Nahrungsmittel- und Medikamenten- Behörde FDA
mit dem Ziel an, eine gesetzlich vorgeschriebene
Sicherheitstest- und Kennzeichnungspflicht für gentechnisch erzeugte
Nahrungsmittel durchzusetzen (Quelle: et. al. v. Shalala). Neun
bedeutende Naturwissenschaftler traten dieser Koalition bei, um das
Ausmaß des ihrer Ansicht nach wissenschaftlich unhaltbaren und moralisch
unverantwortlichen Verhaltens der FDA zu betonen. Inzwischen bestätigen
die Akten der FDA, wie begründet die Besorgnis war. Die FDA wurde
angewiesen, Kopien dieser Akten (insgesamt 44.000 Seiten) den
Prozeßbevollmächtigten als Beweismittel zur Verfügung zu stellen.
Falsche Behauptungen und rechtswidrige Verfahrensweisen
Die Aufzeichnungen der FDA legen offen, daß sie genetisch erzeugte
Nahrungsmittel trotz des Widerspruchs ihrer eigenen Experten für
sicher erklärte und gleichzeitig behauptete, es bestehe ein breiter
wissenschaftlicher Konsens bezüglich dieses Standpunktes. Interne
Berichte und Memoranden enthüllen:
Neben der Widerlegung der Aussage der FDA, ihre Vorgehensweise sei
wissenschaftlich begründet, wird hiermit bewiesen, daß diese Institution
gegen die U.S. amerikanischen Nahrungs-, Arznei- und Kosmetikgesetze
verstoßen hat, indem sie gentechnisch erzeugte Nahrungsmittel ohne
Versuche mit der Prämisse zugelassen hat, sie seien von qualifizierten
Experten als grundsätzlich unschädlich anerkannt.
FDA Wissenschaftler protestieren gegen den Versuch, gentechnische
Erzeugung der konventionellen Züchtung gleichzusetzen.
Die FDA gibt zu unter der Direktive zu handeln, die U.S. amerikanische
Biotechnologie-Industrie "zu fördern". Diese Direktive fordere die
Prämisse, daß biotechnologische Nahrungsmittel grundsätzlich anderen
Nahrungsmitteln gleichzusetzen sind.
Die Vorstöße der Institution, ihre Vorschriften dieser Prämisse
anzupassen, stießen jedoch auf starken Widerstand ihrer eigenen
Wissenschaftler, die wiederholt warnten, die gentechnische Herstellung
unterscheide sich von konventioneller Erzeugung und berge in sich ein
ganzes Bündel von besonderen Risiken. Zahlreiche Experten der
Institution protestierten gegen jene Gesetzesvorlagen, die das erwiesene
Potential der Biotechnologie ignorierten, nämlich in erheblich höherem Maße
unerwartete Gifte und Allergene zu produzieren als konventionelle Methoden.
Nach Aussage von Dr. Louis Priybl aus der Arbeitsgruppe für
Mikrobiologie der FDA: "..gibt es tiefgreifende Unterschiede bei den
Erscheinungsformen unerwarteter Effekte zwischen der traditionellen
Züchtung und der gentechnischen Erzeugung, worüber dieses Dokument nur
einen Überblick verschafft." Er fügte hinzu, daß verschiedene Aspekte
der Gentechnologie "...noch erheblich schädlicher sein können."
Dr. Linda Kahl, eine Angestellte der Zulassungsabteilung der FDA sagte
aus, die Institution habe "...versucht einen quadratischen Zapfen in ein
rundes Loch einzupassen... mit dem Versuch den Grundsatz durchzusetzen,
es gäbe keinen Unterschied zwischen Nahrungsmitteln, die durch
Gentechnologie verändert wurden und denen aus traditioneller Züchtung."
Wörtlich sagte sie: "Die Vorgänge der gentechnischen Produktion und der
traditionellen Züchtung sind verschieden und führen nach Aussage der
technischen Experten dieser Institution zu verschiedenen Risiken."
Ferner bestätigte Dr. Jim Mayranski, Koordinator für Biotechnologie der
FDA: Es gibt keinen Konsens über die Sicherheit gentechnisch
produzierter Nahrungsmittel in der wissenschaftlichen Welt, und
Wissenschaftler der FDA forderten, diese Produkte speziellen Tests,
inklusive toxikologischer Untersuchungen, zu unterziehen.
Tatsachen falsch dargestellt, um die Zulassung der Nahrungsmittel zu
erwirken
Trotz allem war die Motivation der FDA, die Biotechnologie zu
unterstützen so groß, daß sie nicht nur die Warnungen der eigenen
Wissenschaftler vor den besonderen Risiken der gentechnisch veränderten
Nahrung mißachtete. Sie verwarf sie und nahm öffentlich eine gegenteilige
Position ein. Ihr offizieller Standpunkt lautete: "Unserer
Institution liegt keine Information vor, daß Nahrungsmittel, die mit
diesen neuen Methoden erzeugt wurden, irgendwelche bedeutenden oder
allgemeinen Unterschiede zu anderer Nahrung haben." Folgerichtig
verkündeten die verantwortlichen Funktionäre, diese Nahrungsmittel
erforderten überhaupt keine Untersuchungen, obwohl die institutseigenen
Experten forderten, gentechnisch produzierte Nahrungsmittel müßten
besonderen Untersuchungen unterzogen werden.
Bundesgesetze verletzt
Abgesehen von der Verletzung grundlegender ethischer Prinzipien
verletzt das Verhalten der FDA das US- amerikanische Nahrungsmittel-,
Arznei- und Kosmetikgesetz. Dieses fordert, daß neue Nahrungszusätze
durch Untersuchungen vor der Markteinführung zu überprüfen sind.
Obwohl
die FDA zugibt, daß biotechnologische Organismen unter diese
Verordnung fallen, behauptet sie, diese seien nicht zu testen, da sie
"allgemein als sicher anerkannt" ("generally recognized as safe" GRAS)
werden.
Dabei ist der FDA bekannt, daß diese sogar von ihren eigenen Wissenschaftlern
nicht als sicher anerkannt werden, ganz zu schweigen von einem
allgemeinen Konsens der wissenschaftlichen Welt.
Weiterhin schreibt die Verordnung vor, daß Additive, wie jene in
biotechnischer Nahrung, nur auf der Grundlage von Untersuchungen
als sicher bezeichnet werden können, die deren Ungefährlichkeit bewiesen
haben. Derartige Untersuchungen existieren aber über gentechnisch
veränderte Nahrungsmittel nicht. Die GRAS-Bestimmung, die ursprünglich
gedacht war, um bereits getestete und sichere Substanzen zuzulassen,
wird somit von der FDA mißbraucht, um diese Untersuchungen zu umgehen.
Diese Substanzen werden hauptsächlich auf der Grundlage von Mutmaßungen
zugelassen - Mutmaßungen, die in den Augen ihrer eigenen und vieler anderer
Experten zweifelhaft erscheinen.
Die Konsequenz lautet: Die gesamte in den USA gentechnisch produzierte Nahrung
ist illegal, sollte vom Markt genommen sowie rigorosen
Sicherheitsuntersuchungen unterzogen werden. Die FDA hat eine
Unmenge potentiell gefährlicher Nahrungsmittel an den amerikanischen
Eßtisch gebracht und verletzt dabei in eklatanter Weise U.S.-
amerikanisches Gesetz.
Ende