Date: Wed, 15 Sep 99 16:00:53 +0200
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Presseerklärung vom 15. September 1999
Keine Verwendung von Genmais in Futtermitteln!
Greenpeace empfängt Novartis auf Genmais-Acker
Riedstadt/Südhessen, 15.09.99 - Greenpeace-Aktivisten sind
schon da, als Vertreter des Chemiekonzerns Novartis heute
auf einem Acker bei Riedstadt die angeblichen Vorteile ihres
Genmaises erläutern wollen. Am Rande des Feldes entrollen
sie ein Transparent mit der Aufschrift "Hier mischt Novartis
den Verbrauchern Gentechnik unter." Auf dem Acker hatte ein
Landwirt im Frühjahr mehrere Hektar Genmais gesät.
Inzwischen ist der Mais fast erntereif und wird in wenigen
Tagen gedroschen. Greenpeace befürchtet, dass der Mais als
Futtermittel Verwendung findet und damit in die
Nahrungskette gerät.
"Uns liegen eindeutige Informationen vor, dass die
Raiffeisen-Hauptgenossenschaft, von welcher der Landwirt das
Saatgut bezogen hat, die Ernte nicht entgegennehmen wird",
erklärt Barbara Kamradt, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace.
"Auch andere Abnehmer und Landhändler haben kein Interesse
an gentechnisch veränderter Ware. Der Landwirt selber hat
nur wenig Vieh und wird den Mais daher kaum auf seinem Hof
behalten und verfüttern. Wenn der Genmais aber über dunkle
Kanäle verkauft wird, entzieht sich sein Verbleib jeder
Kontrolle."
Im Gegensatz zum Lebensmittelbereich gibt es keine
Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte
Futtermittel. Die Bauern, die den Novartis-Mais angepflanzt
haben, können ihre Ernte beliebig verwenden. Häufig wird der
Mais gehäckselt und auf dem eigenen Hof verfüttert. Ebenso
möglich ist auch ein Verkauf als Futtermittel an andere
Landwirte. Der Novartis-Mais aber ist ein Risiko für die
Gesundheit, weil die Gentechniker ihm ein Resistenzgen gegen
Antibiotika eingebaut haben. Die Widerstandsfähigkeit gegen
Antibiotika kann im Magen-Darm-Trakt von Menschen und Tieren
auf Bakterien übertragen werden und dazu führen, dass
lebensrettende Medikamente im Krankheitsfall versagen. Das
Umweltbundesamt rät deshalb von einer Verfütterung roher
Genmais-Produkte ab.
"Der Genmais sollte weder über die Milch noch über
Fleischprodukte auf unserem Teller landen", sagt Barbara
Kamradt. "Europäische, asiatische und zunehmend auch
amerikanische Verbraucher haben deutlich gemacht, dass sie
keine gentechnisch veränderten Lebensmittel wollen. Wegen
des fehlenden Absatzes für Gentechnik-Ware empfehlen
Fachleute in den USA bereits wieder den verstärkten Anbau
herkömmlicher Sorten. Auch in Deutschland sollten die
Landwirte besser für den wachsenden garantiert
gentechnikfreien Markt produzieren statt auf eine
Technologie zu setzen, deren Gefahrenpotential heute
überhaupt nicht abschätzbar ist."
Diese Presseerklärung finden Sie ab 18.30 Uhr im Internet unter der URL:
http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/PRESSEMI/P990915A.HTM