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15.9.

Clinton & Co walzen die Artenvielfalt nieder

Zu den Klängen des Donauwalzers tanzten am
Mittwoch Morgen Bill Clinton und Tony Blair vor den Toren der
Wiener UNO-City mit einem Maismonster und einer Fischtomate.
Nach dem Walzer legten sich die beiden Staatsmänner mit den
bizarren Kreaturen ins Bett. Greenpeace-Transparente forderten:
"Stop playing dirty games" und "Stop GMOs - Biosafety now!".

Mit dieser Aktion wies Greenpeace zum Auftakt der so genannten
Biosafety-Verhandlungen darauf hin, dass es dort um
internationale Regeln zum weltweiten Schutz vor solchen
Gentechnik-Monstern geht. Im Rahmen des "Übereinkommens
zum Schutz der biologischen Vielfalt" (Biosafety Convention) soll das
Biosafety-Protokoll eine Art Welt-Gentechnikgesetz schaffen.

Vor allem die USA sabotieren immer wieder erfolgreich eine
solche weltweite Regelung. Im Februar dieses Jahres waren die
Verhandlungen zum Abschluss des Biosafety-Protokolls im
kolumbianischen Cartagena hauptsächlich am Widerstand der USA
und anderen Mitgliedern der so genannten Miami-Gruppe
gescheitert, zu der auch Argentinien, Australien, Chile, Kanada
und Uruguay zählen.

In der EU gibt es zwar gesetzliche Regelungen im Bereich
Gentechnik, die es Ländern wie Österreich, Luxemburg,
Griechenland und Frankreich ermöglicht haben, nationale
Importverbote für genmanipulierte Pflanzen zu verhängen. Doch
die Mehrheit der Staatengemeinschaft hat bisher keine
Möglichkeit, sich gegen eine Zwangsbeglückung durch die
Gentechnik-Industrie zu wehren. So wird etwa Mexiko, die Heimat
der Kulturpflanze Mais, durch Gentechnik-Importe aus den USA
bedroht.

Abgesehen von den bislang weitgehend unerforschten
Langzeitrisiken für die Gesundheit des Menschen gefährden
genmanipulierte Organismen auch die Artenvielfalt der Erde.
Letztlich, so fürchten Umweltschützer, würden einige wenige
multinationale Konzerne darüber bestimmen, was die
Weltbevölkerung sät, erntet, züchtet und isst.

Greenpeace fordert vor allem die Staaten der Europaeischen Union
auf, dafür zu sorgen, dass das Vorsorgeprinzip im
Biosafety-Protokoll verankert wird. "Alle Länder müssen das
Recht haben, sich gegen eine Zwangsernährung durch
Gentechnik-Produkte wehren zu können", sagte Susanne Fromwald,
Gentechnik-Expertin von Greenpeace Österreich.