Philosoph Sloterdijk setzt sich zur Wehr
dpa 18.09.99 03:29
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Philosoph Sloterdijk setzt sich zur Wehr
München (dpa) - Im Streit über die Bewertung der Gentechnologie hat der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk die Thesen seines umstrittenen Vortrags "Regeln für den Menschenpark" verteidigt. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" (München) sagte Sloterdijk zur Kritik, er verwende distanzlos Worte wie "Menschenzüchtung" und "Selektion": "Man muss endlich begreifen, dass Menschen seit jeher 'gemacht' werden, und zwar in allen Kulturen: allerdings bisher nur durch ein Zusammenspiel von Klassen- und Kastenregeln, Heiratsregeln und Erziehungsregeln - das sind alles Selektions- und Kombinationsregeln."
Ûber das Verhältnis der nachrückenden Generationen zur nationalsozialistischen Vergangenheit erklärte Sloterdijk: "Der Bezug auf die Untaten der NS-Zeit wird ein moralisches Urdatum aller künftigen Generationen bleiben, aber der Modus der Besinnung wird sich verändern."
Sloterdijks Vortrag hatte in der deutschen Presse scharfe Kritik hervorgerufen. Der Philosph warf in dem "Focus"-Interview dem Frankfurter Wissenschaftler Jürgen Habermas erneut vor, die Pressekampagne gegen ihn inszeniert zu haben. dpa si yy fk