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23.9.99

Streit um Gen-Mais in Südhessen: Greenpeace besprüht Feld


Riedstadt (dpa/lhe) - Der Streit um den Anbau von gentechnisch
veränderten Mais in Südhessen ist eskaliert. Unmittelbar vor
Erntebeginn besprühten Greenpeace-Aktivisten am Donnerstag
ein acht Hektar großes Gen-Mais-Feld bei Riedstadt-Leeheim
(Kreis Gross-Gerau) mit einem Gemisch aus Rote-Beete-Saft,
Wasser und Mehl. Rund 20 Greenpeace-Aktivisten trugen die
klebrige Flüssigkeit mit Quasten, mehreren Garten- und einer
Feuerwehrspritze auf die Maiskolben auf. "Dieser Gen-Mais könne
jetzt den Verbrauchern nicht mehr heimlich untergejubelt werden",
sagte Greenpeace-Sprecher Jan van Aken.

Der Gen-Mais war nach Angaben von Greenpeace für die Tiermast
bestimmt. Er enthalte ein Resistenzgen gegen Antibiotika. Dieses
Gen könne über den Nahrungsmittelkreislauf in den Magen-Darmtrakt
von Menschen gelangen und dazu führen, dass Antibiotika unwirksam
würden. Greenpeace beruft sich bei seiner Kritik auf eine Studie der
britischen Ärztevereinigung «British Medical Association», die ein
Verbot von Pflanzen mit solchen Resistenzgenen gefordert hatte.

Greenpeace-Sprecher Jan van Aken bezeichnete es als Skandal,
dass im Gegensatz zu Lebensmitteln gentechnisch veränderte
Futtermittel nicht kennzeichnungspflichtig seien. Durch die rote
Farbe sei der Mais nicht ungenießbar, aber unverkäuflich geworden.
Greenpeace geht davon aus, dass die rot gefärbten Kolben nicht
in den Handel gebracht werden können.