Kritik an Zulassungpraxis für genetisch veränderte ..

dpa 07.10.99 11:37 


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Kritik an Zulassungpraxis für genetisch veränderte Nahrungmittel 

London (dpa) - Gentechnisch veränderte Lebensmittel sollten nach Meinung britischer Forscher vor der Zulassung besser geprüft werden. Die weitgehende Übereinstimmung ihrer Inhaltsstoffe mit ihren natürlichen Verwandten könne eine mögliche Gefährdung nicht ausschließen, schreiben sie in der Wissenschaftszeitschrift "Nature" (Bd. 401, S. 525) vom Donnerstag. Sinnvoll seien etwa Tests für die Giftigkeit oder die Auswirkung auf das Immunsystem.

Nationale Behörden in den USA und Europa stützten sich bei der Beurteilung genveränderter Nahrungsmittel vor allem auf das Prinzip der "substanziellen Äquivalenz", das heißt der weitgehenden stofflichen Übereinstimmung mit den ursprünglichen Sorten. Dieser Begriff sei aber bewusst schwammig und völlig unzureichend definiert, meint Erik Millstone von der Universität Sussex. "Es ist nirgendwo festgelegt, welche Unterschiede als signifikant gelten."

Als Beispiel nennt Millstone die Zulassung einer herbizidtoleranten Sojabohne, die lediglich auf Grund ihrer chemischen Unterschiede, nicht jedoch unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Herbizidbelastung zugelassen wurde.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fühlt sich von dem "Nature"-Artikel bestätigt. Schon im Mai habe die britische Ärzteorganisation festgestellt, dass die derzeitigen Sicherheitsprüfungen "unerwartete Wechselwirkungen zwischen den Genen, die in gentechnisch veränderter Nahrung auftreten können, außer Acht lässt". dpa fr/hu xx gp