Presseerklärung vom 20. Oktober 1999
(auch online unter: www.greenpeace.de/ /GP_DOK_3P/PRESSEMI/P991020.HTM)
Greenpeace deckt auf: Gentechnik bei Aldi im
Katzenfutter. Handelskette nimmt Waren aus dem Regal
Hamburg, 20. 10.1999. Nachdem die Lebensmittelkette Aldi am
13. Oktober den Verzicht auf gentechnisch veränderte
Produkte in ihren Eigenmarken angekündigt hatte, machte
Greenpeace die Probe aufs Exempel. Das Ergebnis: Aldi kann
sich auf entsprechende Zusicherungen seiner Lieferanten
nicht verlassen. Katzen-Trockenfutter der Firma "Orata" aus
den Aldi-Regalen enthält nach Greenpeace-Analysen
gentechnisch manipulierte Soja. Das Unternehmen Orata
gehört zum Nestlé-Konzern. Aldi hat sich entschieden, das
Katzenfutter sofort aus den Regalen zu nehmen.
"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", sagt Dr.
Christoph Then, Gentech-Experte bei Greenpeace. "Wenn
genmanipulierte Inhaltsstoffe in Aldi-Katzenfutter sind,
wie will Aldi dann die Garantie für gentechnikfreie
Lebensmittel übernehmen? Handelsketten müssen die Zusagen
ihrer Lieferanten kontrollieren, so wie auch Greenpeace
durch Analysen immer wieder den Verzicht des
Lebensmittelhandels auf gentechnische Rohstoffe überprüft.
Nur so können sie ihr Versprechen gegenüber den
Verbrauchern halten."
Die Firma Orata hat inzwischen bestätigt, dass die
Greenpeace-Analysen korrekt sind und hat die Auslieferung
ihrer Produkte gestoppt. In Zukunft werde man
sicherstellen, dass das Futter keine gentechnisch
veränderten Rohstoffe enthalte, heißt es in einem Schreiben
des Unternehmens vom Dienstag. Der Mutterkonzern Nestlé
hatte schon am 11. Mai 1999 verkündet, man wolle ab sofort
auf den Einsatz von Gentechnik verzichten. Eine Antwort auf
die Frage, zu welchem Datum Nestlé die Untermischung von
Gen-Soja in Tiernahrung, Sondennahrung (Krankenhausnahrung)
und anderen Produkten einstellen werde, bleibt der Konzern
allerdings seit Wochen schuldig.
Aldi ist die letzte große deutsche Lebensmittelkette, die
sich zum Verzicht auf gentechnisch manipulierte Rohstoffe
in ihren Produkten verpflichtet hat. Kleinere Handelsketten
wie Famila Soest, tegut, dm-Markt und Globus hatten den
Verzicht der Supermarktketten auf gentechnische Rohstoffe
eingeleitet. Über den Sommer folgten mit Edeka, Rewe,
Metro, Tengelmann, Lidl, Spar und zuletzt Aldi alle
führenden Handelshäuser.