Greenpeace:

7.2.99

Genmais-Ernte aus USA sickert auf deutschen Markt

Hamburg, 7.12.99. Rund zwei Dutzend Aktivisten und
Aktivistinnen haben in den frühen Morgenstunden des Mittwochs
den Frachter "Unison" daran gehindert, mit einer Ladung
genmanipuliertem Maiskleber im Hamburger Hafen anzulanden.
Greenpeace fordert, den Import genmanipulierter Ware nach
Europa zu verbieten.

Die Aktion hatte gegen 4:00 Uhr im Hafengebiet begonnen,
als der Frachter unter Beobachtung des Greenpeace-Schiffes
Beluga den Rethe-Kanal Richtung Hubbrücke passiert hatte.

Als sich sechs Schlauchboote dem Schiff näherten, schritt
die alarmierte Wasserschutzpolizei zunächst nicht ein.
Erst als die Aktivisten und Schwimmer im Wasser
ersuchten, ein Transparent zwischen zwei Poller zu
spannen, um den Frachter zu stoppen, wurde die Beluga
geboardet und über ein Dutzend Personen in Gewahrsam
genommen. Alle Beteiligten wurden inzwischen wieder auf
freien Fuß gesetzt; die Beluga war
am Morgen noch beschlagnahmt.

Die "Unison" hat durch die Verzögerung ihren
Liegeplatz am Reiherstieg bei der BeHaMa
Umschlagsgesellschaft, einem Tochterunternehmen
von Raiffeisen, nicht zur vorgesehenen Zeit erreicht.
Sie liegt derzeit an einem anderen Kai. Die Aktion in
Hamburg setzt die Proteste der vergangenen
Tage u.a. in Brest/Frankreich fort; auch dort war ein Schiff
mit genmanipulierter Ware aus den USA gestoppt worden.

"Wir sollen die Gentechnik über die Hintertuer auf den
Tisch bekommen", sagt Greenpeace-Gentechnik-Experte
Christoph Then. "Gentechnisch belasteter Maiskleber und
Sojaschrot werden an Rinder, Schweine und Hühner
verfüttert und das Fleisch ohne entsprechende Kennzeichnung
verkauft. Raiffeisen muss endlich dafür sorgen,
dass den Bauern keine genmanipulierte Ware mehr
untergejubelt wird."

Die HaBeMa Futtermittelmühle ist mehrheitlich im
Besitz der Raiffeisen-Genossenschaft Nord. Greenpeace
hatte bereits im Oktober die Anlieferung von genmanipuliertem
Mais aus Südhessen an die Raiffeisenmühle in Koblenz
dokumentiert. Insgesamt fünf Millionen Tonnen Maiskleber
kommen aus den USA nach Europa. In Europa gibt es zur Zeit
genug gentechnikfreien Mais, um die Lieferungen aus den
USA ohne größere Probleme zu ersetzen.


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