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Gentechnik: 
Genetische Manipluation läßt Schweine schneller wachsen 

(Meldung vom 10.12.1999) 


Schweine müssen mit wenig Futter schnell groß werden, damit der Verbraucherwunsch nach billigem Fleisch erfüllt werden kann. Um das zu erreichen, haben Wissenschaftler jetzt das Erbgut der Schweine manipuliert. Die Tiere produzieren fortan jede Menge Wachstumshormone selber. Nebenwirkungen für Mensch und Tier, wie sie mit Hormonspritzen einher gehen, bleiben nach Angaben der Forscher aus. Hormongespritzte Schweine leiden aufgrund des forcierten Wachstums unter Organvergrößerungen und Skelettverformungen. 

Die Wissenschaftler um Robert Schwartz vom Baylor College of Medicine in Houston haben dem Schweine-Genom den Code für die Hormonproduktion eingepflanzt. Zudem haben sie einen künstlichen Promotor hinzugefügt, der für große Mengen an Wachstumshormonen in den Muskelzellen sorgt. Das geänderte Erbgut injizierten sie zwei Wochen alten Ferkeln. Nach 65 Tagen waren die kleinen Schweine schon rund 20 Prozent schwerer als die unbehandelten Geschwister. Sie fraßen ungefähr ein viertel weniger Futter und produzierten dementsprechend weniger Mist. Gesundheitliche Nebenwirkungen der Gentherapie konnten die Wissenschaftler nicht feststellen. Tests auf Langzeitwirkungenen bei Tier und Verbraucher stehen noch aus. 

Kritiker, wie die Wissenschaftlerin Rebecca Goldburg vom US Envirnmental Defense Fund bezweifeln, dass die Gentherapienebenwirkungsfrei ist. Völlig unklar sei zudem, inwieweit das Fleisch der Gen-Schweine die Gesundheit der Menschen gefährden kann. 

Die Hormonbehandlung von Tieren, wie sie in den USA betrieben wird, ist Anlaß für einen Streit zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Im Frühjahr entdeckten europäische Veterinäre EU-weit verbotene Masthormone und andere Leistungsförderer in amerikanischen Fleischimporten. Bis zum 25. Februar haben die Amerikaner nun Zeit, ihre Export-Kontrollen zu verbessern. 

[Quelle: Andrea Hoferichter ]

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