Mit Maisgenen Erträge von Reispflanzen um 35 Prozen..
Deutsche Presse-Agentur
Donnerstag, 30. März 2000 15:24:00
Copyright dpa, 2000
Mit Maisgenen Erträge von Reispflanzen um 35 Prozent gesteigert
Washington (dpa) - Mit eingeschleusten Maisgenen hat ein
amerikanischer Forscher Ernteerträge von Reispflanzen um 35 Prozent
gesteigert. Der gentechnisch veränderte Reis absorbiert nach einem
Bericht der jüngsten Ausgabe des britischen Wissenschaftsmagazin "New
Scientist" (Nr. 2232, S. 19) zudem mehr Kohlendioxid als
herkömmlicher Reis und könnte damit der Theorie nach die Erwärmung
der Erde verlangsamen. Auf einer Konferenz des Internationalen Reis-
Forschungs-Instituts in Manila stellte Maurice Ku von der Washington
State University in Pullman seine Ergebnisse vor.
Die Maisgene kurbeln danach die Photosynthese an, bei der mit
Hilfe von Licht Wasser und Kohlendioxid in Zucker verwandelt werden.
Seinen Angaben zufolge können die Gene auch dazu beitragen, den Reis
dürre- und hitzebeständig zu machen.
Maisgene hat Ku dem Bericht zufolge eingeschleust, weil die so
genannte C4-Pflanze dem Reis in der Photosynthese bei hoher
Lichtintensität überlegen ist. C4-Pflanzen absorbieren Kohlendioxid
anders als Reis und Kartoffeln. In Feldversuchen mit dem
entsprechenden Maisgen waren dem Bericht zufolge die Reiserträge um
35 Prozent gestiegen.
Für ein Drittel der Weltbevölkerung macht Reis mehr als die Hälfte
ihrer täglichen Nahrungsmenge aus. Gentechniker arbeiten deshalb an
der Entwicklung genveränderter Pflanzen, mit denen die ständig
steigende Bevölkerung versorgt werden kann. Im Januar hatten
Freiburger Forschern drei Gene für die Synthese von Provitamin A in
Reispflanzen einzusetzen, so dass sie den Stoff produzieren. Damit
könnte eines Tages die Mangelversorgung mit Vitamin A in
Entwicklungsländern behoben werden, hoffen die Forscher.
dpa ah yyzz hu