Bild der Wissenschaft:

Gentechnik:

Zehn mal schneller wachsende Fische alarmieren Gentech-Kritiker

(Meldung vom 13.4.2000)

Englische Umweltverbände haben sich ablehnend gegenüber der Züchtung genetisch veränderter Lachse geäußert. Nachdem es einer amerikanischen Firma gelungen ist, den genetischen Pool der Fische derart zu verändern, dass sie um das 10fache schneller wachsen, fürchten die Gegner dieser Technologie, dass diese Eigenschaften in den natürlichen Bestand übertragen werden könnten. Sie warnen vor der Gefahr einer irreversiblen Störung der empfindlichen natürlichen Gleichgewichte.

Die Befürworter argumentieren hingegen, dass auf diese Weise etwas gegen das Problem der Unterernährung armer Länder getan werden könne. Darüber hinaus ließen sich Kosten senken und der Einsatz von Pestiziden minimieren. Die Firma geht davon aus, dass die U.S. Behörden dem Genuss der Fische durch den Menschen noch in diesem Jahr zustimmen werden.

Während von Seiten der Wissenschaftler versichert wurde, dass alle Fische im Rahmen der Forschungsarbeiten sterilisiert waren, ist sich Andrew Kimbrell vom Center for Food Safety sicher, dass dies nicht mit hundertprozentiger Sicherheit gewährleistet werden könne: "Wenn erst ein Organismus in die freie Natur gelangt, sind die Folgen nicht mehr kontrollierbar. Er wird sich fortpflanzen, verbreiten und mutieren". Auch Christopher Poupard vom englischen Sportfischerverband Salmon and Trout Association fürchtet um das Überleben der Atlantischen Lachse in ihrer natürlichen Umgebung. Er weist darauf hin, dass sich das Zugverhalten der Fische seit der letzten Eiszeit entwickelt habe. Würde dieses "Programm" durch die gentechnisch veränderten Lachse gestört, wäre die ganze Art zum Aussterben verurteilt.

[Quelle: Joachim Schüring und BBC Radio]

©1996-2000 bild der wissenschaft

Hier abgedruckte Texte sind nur für Privatnutzer gedacht. Interessenten von Zeitungen, Firmen oder Agenturen melden sich bitte bei der Redaktion.


Übersicht