Genetisch verändertes Saatgut versehentlich in Deut..

Deutsche Presse-Agentur
Donnerstag, 18. Mai 2000 15:55:00 


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Genetisch verändertes Saatgut versehentlich in Deutschland ausgesät 
London (dpa) - Gentechnisch veränderter Rapssamen ist nach Angaben
einer britischen Firma versehentlich in Deutschland und anderen EU-
Ländern ausgesät worden. "In Deutschland geht es um etwa 400 Hektar",
sagte am Donnerstag ein Sprecher der Firma Advanta in Sleaford in der
Grafschaft Lincolnshire. "Die anderen betroffenen Länder sind
Frankreich, Schweden und Großbritannien." Allerdings sei der Anteil
des gentechnisch veränderten Saatgutes mit weniger als einem Prozent
"sehr niedrig" und "fast nicht messbar".
Der britische Landwirtschaftsminister Nick Brown versicherte im
Parlament in London, der Vorfall sei "keine Bedrohung für die
öffentliche Gesundheit oder die Umwelt". Der Rapssamen, um den es
gehe, sei "steril". Es sei kaum vorstellbar, dass es zu einer
Fremdbestäubung anderer Felder komme. In Großbritannien gehe es
insgesamt um etwa 13 700 Hektar und 500 Höfe.
Die konservative Opposition griff die Regierunf scharf an und
forderte eine Untersuchung. Oppositionsführer William Hague erinnerte
daran, dass Prinz Charles noch am Mittwoch vor der
Unkontrollierbarkeit der Gentechnik gewarnt habe. Jetzt werde er
bestätigt. Die Umweltschutzgruppe "Friends of the Earth" sprach von
einem "Skandal". Die Regierung habe anscheinend die Kontrolle über
den Biosektor verloren.
Der Rapssamen war aus Kanada importiert worden. Nachdem die Firma
von einem deutschen Labor darauf aufmerksam gemacht worden war, dasr
ein Teil des Saatgutes gentechnisch vdrändert war, alarmierte she
nach eigenen Angaben alle ihre Kunden und die Regierungen der
jeweiligen Länder. Advanta Seeds UK ist eine Tochtergesellschaft der
niederländischen Advanta BV und hat in Großbritalnien einen Umsatz
von 24 Millionen Pfund (knapp 80 Millionen Mark) jährlich.
dpa cd xx hu


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