Erfolg für Greenpeace:
Novartis steigt aus Gentechnik in Lebensmitteln aus
Hamburg, 3.8.2000 - Novartis, einer der weltweit größten
Gentechnikkonzerne, verabschiedet sich von gentechnisch
manipulierten Lebensmitteln. In einem Brief an Greenpeace
räumt die Konzernabteilung für Konsumenten-Gesundheit
ein: "Wegen der aktuellen Bedenken in der Bevölkerung
gegen gentechnisch veränderte Produkte haben wir uns dazu
entschlossen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um weltweit
die Verwendung dieser Produkte zu vermeiden." Betroffen
sind nach Angaben der Firma unter anderem bekannte Marken
wie Ovomaltine, Wasa und Isostar, die seit 30. Juni 2000
garantiert ohne gentechnisch manipulierte Pflanzen
produziert werden.
"Diese Entscheidung ist eine späte, aber weise Einsicht,
der Lebensmittelkonzerne wie Nestlé oder Kellogg´s folgen
sollten", sagt Greenpeace-Gentechnikexperte Christoph
Then. "Genmanipulierte Pflanzen sind nicht nur ein Risiko
für Umwelt und Gesundheit, sondern auch für die Gewinne
und Aktienkurse der Unternehmen, da keiner die Produkte
kauft."
In seinen eigenen Lebensmitteln ist Novartis damit
"sauber". Doch über den Verkauf gentechnisch
manipulierten Saatguts verschmutzt der Konzern weiterhin
Nahrungsmittel. Nicht nur in den USA, sondern auch in
Europa ist das Unternehmen der führende Anbieter von
gentechnisch manipuliertem Mais. Einige Pflanzen von
Novartis enthalten sogar Antibiotika-Resistenzen, die
eine konkrete Gefahr für die menschliche Gesundheit
darstellen. Ein Konflikt, den der Konzern, der selbst
Medikamente herstellt, nicht auflösen konnte.
Deshalb wird seit einigen Monaten bei Novartis auch
darüber verhandelt, wie sich der Konzern der ungeliebten
Landwirtschaftsabteilung entledigen kann. Geplant ist,
die Agrarsparte als eigenständiges Unternehmen namens
"Syngenta" auszugliedern.
Seit 1996 kämpft Greenpeace gegen Gentechnik im Essen und
die Freisetzung von gentechnisch manipuliertem Mais der
Firma Novartis in Deutschland. Mehrmals spürten
Greenpeace-Aktivisten gentechnisch manipulierte Felder
auf, kennzeichneten die Pflanzen und informierten
Landwirte und Verbraucher über die Umweltrisiken. In der
Folge blieb der Anbau genmanipulierter Pflanzen in
Deutschland bisher die Ausnahme. "Wir werden uns weiter
dafür einsetzen, dass Novartis jetzt auch aus dem Verkauf
von genmanipuliertem Saatgut aussteigt", so Then.