Riesen-Augen warnen vor Gentechnik
Greenpeace - Aktion bei McDonald's
Hannover, 16. 08. 2000 - Mit einer Aktion in Laatzen bei
Hannover protestiert Greenpeace heute dagegen, dass
McDonald's, gentechnisch manipuliertes Futter an Hühner
verfüttert, aus denen dann ChickenMcNuggets oder
Hähnchenburger hergestellt werden. Mehrere Aktivisten
versuchen zur Stunde, auf einen 15 Meter hohen Turm der
Fast-Food-Kette vor dem Expo-Bahnhof in Laatzen zu
klettern. Am McDonald´s Logo befestigen sie eine
überdimensionale Hühnermaske mit blutunterlaufenen Augen.
Darunter haengt ein Protestbanner mit dem
Spruch: "Aufwachen! Kein genmanipuliertes Futter".
"McDonald's schert sich nicht um die Gentechnik in seiner
Produktionskette," sagt Stephanie Toewe,
Gentechnik-Sprecherin bei Greenpeace. "Seit Wochen drückt
sich der Konzern um eine klare Aussage. Ein Gespräch mit
der Geschäftsführung hat nichts gebracht. Die weiß noch
nicht einmal, ob sie in Deutschland überhaupt aus der
Gentechnik aussteigen will." Seit vier Wochen
demonstrieren Greenpeace-Gruppen in vielen Städten vor
den McDonald's-Filialen gegen die fortgesetzte Verwendung
von gentechnisch manipuliertem Tierfutter. Bereits im
Juli hatte Greenpeace nachgewiesen, dass das Geflügel für
McDonald's Deutschland mit genmanipulierter Soja
gefüttert wird. Das gibt McDonald's selbst zu. Auch für
seine Rindfleisch-Burger kann das Unternehmen nicht
garantieren, dass sie ohne Gentechnik hergestellt werden.
Andere große Lebensmittelanbieter sind da längst weiter.
Im März diesen Jahres hat McDonald's England erklärt,
dass ihre Chicken McNuggets ohne Gentechnik produziert
werden. Anfang dieser Woche hat Migros - der größte
Fleischproduzent der Schweiz - begonnen, auf gentechnisch
verändertes Tierfutter zu verzichten. Handelsketten wie
Tesco in England oder Carrefour in Frankreich haben
ebenfalls zugesichert, alle tierischen Produkte künftig
ohne gentechnisch verändertes Tierfutter zu erzeugen.
Auch einer der größten deutschen Hähnchenmäster, die
Firma Wiesenhof, kann inzwischen die gentechnikfreie
Fütterung ihrer Tiere garantieren. Greenpeace sieht in
der Freisetzung von gentechnisch manipulierten Pflanzen,
zum Beispiel durch den Anbau von Gen-Soja und Gen-Mais
für Tierfutter, Risiken für die Umwelt. Die überwiegende
Zahl der Verbraucher in Europa lehnt Gentechnik im Essen
ab.
"Wer sichere Lebensmittel herstellen will, der darf auch
nicht Hühnern, Schweinen und Rindern genmanipuliertes
Futter zu fressen geben. Die großen Lebensmittelskandale
waren fast immer Futtermittelskandale", sagt Stephanie
Toewe. Greenpeace fordert von McDonald's Deutschland, auf
gentechnisch verändertes Tierfutter ab sofort zu
verzichten. Zeitgleich zur Aktion vor dem Expo-Gelände
stellen heute Schweizer Greenpeace-Aktivisten in Zürich
die gleiche Forderung an den Fast-Food-Konzern.
Genfutter-Dossier: http://www.greeenpeace.de/genfutter