Das Greenpeace EinkaufsNetz informiert:

Das Thema: "StarLink" außer Rand und Band
- Wurde der Gentech-Mais auch nach Japan und Europa exportiert?
- Was macht eigentlich Gerhard Waitz von Aventis CropScience?
- Aktionsaufruf!

Liebe Mitmacher, liebe Cyber-Aktivisten,

der Lebensmittelskandal in den USA, den der internationale Konzern Aventis
(Hoechst/Rhone Poulenc) derzeit zu verantworten hat, macht von Woche zu
Woche eine größere Welle. Der gentechnisch veränderte Mais mit dem Namen
"StarLink" ist lediglich für die Tierfütterung und industrielle Verarbeitung
zugelassen, nicht aber für den menschlichen Verzehr. Trotz klarer Vorgaben
der US-Behörden gelangte der Gen-Mais illegalerweise in den USA in
Lebensmittel,
zum Beispiel in Taco-Chips. "StarLink" steht im Verdacht, beim Menschen
Allergien auslösen zu können.

Im September war sich Aventis noch sicher, dass der Mais in den Produkten der Firma
Kraft eine "Verunreinigung" sein müsse; quasi ein Versehen, dass sich beim Warenverkehr
zwischen Bauern, Transporteuren und dem Handel kaum vermeiden ließe. Doch mittlerweile
muss der Konzern und mit ihm die gesamte maisverarbeitende US-Lebensmittelindustrie
erkennen, dass der Gentech-Mais überall auftauchen kann. Entlang der kompletten
US-amerikanischen Lebensmittelkette müssen die Food-Produzenten befürchten, das
Schicksal mit Kraft, Safeway und etlichen anderen Unternehmen der Export- und
Nahrungsmittelbranche teilen zu müssen: Rückrufaktionen für Markenprodukte,
Produktionsstopp, Imageverlust, Verlust von Marktanteilen.

Auch außerhalb der USA ist Gentech-Alarm. So sprachen diese Woche EU-Kommissionsvertreter
mit Vertretern des US-Landwirtschaftsministeriums, um klarzustellen, dass die staatliche
Regulierung der Biotechnologie in den USA unzureichend sei. Und auch Japan reagierte
gegenüber der US-Regierung prompt, nachdem eine japanische Verbraucherorganisation
gemeldet hatte, sie habe StarLink-Mais in Lebensmitteln gefunden. Die japanische Regierung
schloss daraufhin Importbeschränkungen für US-Lebensmittel und US-Maislieferungen für
die Zukunft nicht aus, wenn StarLink-Mais weiterhin unkontrolliert im Umlauf sei und nach
Japan exportiert würde. Die Kurse für Mais-Kontrakte an der weltweit bedeutensten
Agrarbörse, dem Board of Trade in Chicago, sanken darauf hin.

Es ist kein Ende der schlechten Nachrichten in Sicht: Der "International Herald Tribune"
veröffentlichte am 18. Oktober eine Story, derzufolge ein Teil der US-Farmer, die Starlink
angebaut haben, nur unzureichend über den Gentech-Mais bescheid wussten: Sie sagen, sie
hatten keine Ahnung davon, dass der Mais getrennt gelagert und verarbeitet
werden muss.
Denkbar ist auch, dass darüber hinaus weitere staatliche Vorgaben (aus Unkenntnis oder
vorsätzlich) verletzt wurden. Um ein Auskreuzen des Gentech-Pollens auf andere Maisfelder
zu verhindern, sollte es eine Pufferzone von mindestens 200 Metern rund um jedes Starlinkfeld
geben. Auch hierbei können massenhaft Fehler passiert sein. Dies hätte zur Folge, dass auch
konventioneller Mais die Starlink-Gene aufgefangen haben könnte. Damit ist auch jede
konventionelle Ernte in der direkten Nachbarschaft zum Starlink-Acker ein potentieller
"Genpool" für neuen Ärger. Dies gilt insbesondere für die Nachbarfelder, auf denen
konventionelles Saatgut produziert wird: das Saatgut wird so zum Träger der unerwünschten
StarLink-Gene und deren Ausbreitung setzt sich fort.

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Was macht eigentlich Gerhard Waitz von Aventis CropScience?
Antwort: Wir wissen es nicht genau, was der deutsche Aventis-Sprecher genau
macht.
Aber er hat die vielen Anfragen, die Sie, die Cyber-Aktivisten, an ihn gerichtet haben,
bisher nicht beantwortet. Das ist schade. Und deshalb sollte er noch mal erinnert werden.
Werden Sie aktiv! Schreiben Sie Herrn Waitz auch weiterhin, die Fragen werden immer
umfassender und wir sind gespannt auf die Antworten. Richten Sie die unten aufgeführten
oder andere Fragen an folgende Mailadresse:

gerhard.waitz@aventis.com
 
Stichwort: "StarLink"

Schicken Sie auch uns, wenn Sie wollen, eine Kopie ihres Mails und später die
Antwort, die Sie von Aventis bekommen, an:

einkaufsnetz@greenpeace.de
 
Stichwort: "Starlink"

Die Fragen an Herrn Waitz:
Wie können Sie garantieren, dass kein Mais, der mit StarLink verunreinigt ist,
auf unseren Markt kommt?
Wie können Sie garantieren, dass keine Produkte, die mit StarLink verunreinigt
sind, auf unseren Markt kommen?
Wie können Sie garantieren, dass kein Saatgut, dass mit StarLink kontaminiert
ist, bei uns in den Handel gelangt?
Wieso hat Aventis einen gentechnisch veränderten Mais auf den Markt gebracht,
der auf Menschen womöglich allergieauslösend wirken könnte?
Wie konnte es passieren, dass "StarLink"-Mais in Lebensmittel gelangt ist,
obwohl die US-Umweltbehörde von Aventis ein strenges Überwachungssystem
(Monitoring) gefordert hat?
Wie meint Aventis, kann man sich als Verbraucher schützen?
Wer übernimmt die Verantwortung und Haftung für die möglichen gesundheitlichen
Folgen beim Verzehr nicht-zugelassener Produkte?
Welche Auswirkungen haben die Ereignisse bei Gentech-Rübe und Gentech-Mais auf die
Firmenpolitik von Aventis und die Vermarktung ihrer Gentech-Pflanzen?


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