Gentechnik
29.11.2001 (aus
wissenschaft.de )
Künstlich eingefügtes Erbgut von Gentech-Mais in Wildpflanzen nachgewiesen
Gentechnisch veränderter Mais kann seine artfremde DNA auf wilden Mais
übertragen. Das belegen zwei amerikanische Wissenschaftler in der Zeitschrift
"Nature". Sie hatten den unbeabsichtigten Gentransfer von in der Landwirtschaft
genutzten Gentech-Maissorten auf Wildformen und Landrassen in Oaxaca, einer
entlegenen Bergregion Mexikos, nachgewiesen. Das Gebiet ist ein wichtiges
Verbreitungszentrum von Mais. Seine lokalen Rassen sind für die globale
Ernährungssicherheit von besonderer Bedeutung, da sie wertvolles Erbmaterial für
die Pflanzenzüchtung beherbergen.
David Quist und Ignacio Chapela von der Berkeley-Universität in Kalifornien
wiesen mit der PCR-Methode, der Polymerase-Kettenreaktion, verbreitete transgene
DNA-Sequenzen in verschiedenen Maisproben der Region nach. Aufgeschreckt von den
Ergebnissen, führten mexikanische Behörden entsprechende Untersuchungen durch
und fanden ebenfalls transgenes Erbgut in Wildformen und Landrassen. In dem
entlegenen Untersuchungsgebiet in Oaxaca enthielten 3-10 Prozent der
untersuchten Pflanzen veränderte DNA. "In zentralen Anbaugebieten dürften die
Austauschraten sogar wesentlich höher liegen," meinten Quist und Chapela.
"Das Ergebnis war für uns überraschend, weil Mexiko seit 1998 den Anbau von
gentechnisch verändertem Mais untersagt hat. Entweder wird die Einhaltung des
Moratoriums nicht ausreichend kontrolliert oder das transgene Erbgut stammt noch
aus der Zeit vor 1998 und wird seitdem von Generation zu Generation weiter
vererbt," so die Wissenschaftler.
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Brigitte Kranz
Quelle:
Transgenic DNA introgressed into traditional maize
landraces in Oaxaca, Mexico
DAVID QUIST & IGNACIO H. CHAPELA
Nature 414, 541-543 (29 November 2001)