Ttl.: GLOBAL 2000 deckt auf: Geheimer Verkauf der letzten privaten Ölmühle Deutschlands an US-Gen-Soja-Multi.
Uttl.: Speiseöl- und Futtermittelindustrie fordert getrennte Ernte von genmanipulierter und gentechfreier US-Soja.
(Wien, 11. Februar 1997). Nach Informationen von GLOBAL 2000 wird in einer geheimen Transaktion die letzte private deutsche Ölmuehle "Soya Mainz", Hauptlieferant für die österreichische Speiseöl- und Futtermittelindustrie, dieser Tage an den US-amerikanischen Gen-Soja-Multi "Archer Daniels Midland (ADM)" verkauft. ADM ist gemeinsam mit dem ebenfalls in den USA ansässigen Konzern Cargill Marktführer für Soja in Europa. Beide Konzerne verarbeiten ausschließlich das mit 2 % Gen-Soja versetzte Soja aus den USA.
Dennoch wollen Österreichs Produzenten dem Kundenwunsch entsprechend genfreie Soja beziehen. In der jüngsten Resolution des Fachverbandes der österreichischen Futtermittelindustrie wird von der europäischen Ölmuehlenindustrie 1997 eine getrennte Ernte von gentechnisch manipulierten und nicht manipulierten Sojabohnen gefordert.
Indes ist gentechnikfreie Soja aus Österreich seit etwa einem halben Jahr ein Exportschlager. Die neu gegründete Vertriebsgesellschaft "Soja Austria", ein Zusammenschluß der führenden österreichischen Sojamühlen, hat seinen europäischen Konkurrenten, die keine Gentechnikfreiheit garantieren können, bereits über 30% des Marktanteils "abgenommen", wie Geschäftsführer Tilman Graf gegenüber GLOBAL 2000 bestätigt.
Noch vor wenigen Wochen hatte GLOBAL 2000 informelle Gespräche mit "Soya Mainz" über einen möglichen Umstieg auf garantiert gentechnikfreie Soja geführt. "Nach dem Verkauf sind die Chancen auf genfreie Produktion im heurigen Jahr auf Null gesunken. Die österreichischen Abnehmer können US-Soja-Schrot nur mehr bei den beiden Multis beziehen. Sie sind somit gezwungen, Gen-Soja zu verarbeiten oder auf Alternativen umzusteigen", erläutert GLOBAL 2000-Gen-Experte Daniel Hausknost. "Nun muß es erklärtes Ziel sein, durch den gemeinsamen Druck von Umweltschützern, Konsumenten und der verarbeitenden Industrie für die Ernte 1997 eine Trennung von genmanipulierter und gentechfreier US-Soja zu erreichen."
Nach Angaben des Obmanns des Fachverbandes der österreichischen Futtermittelindustrie, Johannes Kapeller, werde man auch auf europäischer Ebene Verbündete suchen. Erste Unterstuetzung der österreichischen Linie gibt es laut Kapeller bereits in Deutschland, den Benelux-Staaten und in Skandinavien. Der Geschäftsfuehrer der vereinigten Fettwarenindustrie Österreichs, Florian Rauch, schließt sich der Forderung nach Trennung von Gen-Soja und gentechfreier Soja an.
Weitere Informationen: GLOBAL 2000, Daniel Hausknost 0664/131 66 99 oder Anita Voraberger
(0222) 812 57 30-27 oder 0664/103 24 23