Stichwort: Klonen - auch beim Menschen bereits ausprobiert
Hamburg (dpa) - Als Klonen bezeichnen Wissenschaftler die Produktion
völlig identischer Lebewesen mit bestimmten biologischen Methoden. Das
ist bei Pflanzen, Tieren und Menschen möglich.
In der Tierzucht wird das Klonen oder Klonieren schon seit Jahren durch
Manipulationen am Embryo vorgenommen. Die Zellen, die durch die ersten
Teilungen aus der befruchteten Eizelle hervorgehen, sind "totipotent":
Jede von ihnen kann sich zu einem vollständigen Tier entwickeln. Trennt
man diese Zellen künstlich, so erhält man gleichartige Nachkommen, heißt
es im "Lexikon Gentechnik". Das Klonen von Menschen trifft allgemein
auf ethische Bedenken.
Dennoch hat eine Gruppe von US-Wissenschaftlern in Washington 1993 menschliche
Embryos geklont. Es habe sich um reine Laborversuche gehandelt, beteuerten
die Forscher. Keiner der auf diese Weise erzeugten Embryos sei einer Frau
eingepflanzt worden. In Deutschland verbietet das Embryonen-Schutzgesetz
derartige Versuche. In vielen Ländern fehlen allerdings entsprechende Richtlinien.
Erstmals wurde jetzt bekannt, daß schottische Forscher ein ausgewachsenes Tier exakt reproduzierten. Sie nahmen das Erbgut aus der Euterzelle eines Schafes und pflanzten es in eine unbefruchtete und entkernte Eizelle ein. Das Lamm kam als exakte Kopie Schafes, von dem die Euterzelle stammt, gesund auf die Welt. Diese neue Technik ermöglicht es den Wissenschaftlern, Tiere mit gewünschten und schon bekannten Eigenschaften zu produzieren. dpa si ra