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Geklontes Lamm läßt Börsianer aufhorchen Von Peter Bauer, dpa
New York (dpa) - Das Interesse der Börsianer der Wall Street an der
US-Biotechnik-Branche hat sich nach den Berichten vom geklonten Lamm "Dolly"
in Schottland deutlich verstärkt. Kräftige Umsatzsteigerungen und hohe
Gewinne in der Branche für 1996 ließen bereits aufhorchen.
Branchenführer sind Amgen mit 2,2 Milliarden Dollar Umsatz, Chiron (1,3
MIlliarden Dollar), Genentech (968 Millionen Dollar), Genzyme (512 Millionen
Dollar) und Biogen (277 Millionen Dollar). Diese Unternehmen machten 1996
gemeinsam mehr als 850 Millionen Dollar Gewinn. Dagegen wiesen Dutzende
kleinerer Biotechnologie-Anbieter aufgrund extrem hoher Forschungs- und
Entwicklungsausgaben und bisher fehlender vermarktbarer Produkte noch tiefrote
Zahlen aus.
Darunter finden sich US-Firmen wie Alexion Pharmaceuticals, Nextran
Inc. und Genzyme Transgenics Corp. sowie die britische PPL Therapeutics,
die das Klon-Experiment mitfinanziert hat. Die Pharmariesen Novartis (Schweiz)
und American Home Products (USA) sowie die dänische Pharmafirma Novo Nordisk
sind aufgrund von kleinen PPL-Beteiligungen beziehungsweise Kooperationen
mit PPL gefragt.
Alexion, Nextran und Novartis wollen den Angaben nach genetisch veränderte
Schweine züchten, um Herzen, Nieren und Lungen für Transplantationen am
Menschen zu bekommen. Genzyme Transgenics züchtet Ziegen, deren Milch wertvolle
Proteine enthält. Sie sind beispielsweise als Mittel zur Bekämpfung von
Krebskrankheiten gedacht.
Die 16 wichtigsten US-Biotechfirmen, die den Löwenanteil der Branchenumsätze
stellen, haben 1996 nach einer Erhebung der amerikanischen Fachzeitschrift
"Chemical & Engineering News" insgesamt 5,9 Milliarden Dollar
umgesetzt. Sie haben damit ihren Umsatz um 22 Prozent erhöht. Sie weisen
einen soliden Gesamtgewinn von 685 Millionen Dollar aus verglichen mit
einem Branchenverlust im Vorjahr. Die Gewinnmarge betrug 12,6 Prozent.
Die Firmen gaben im Schnitt 23 Prozent ihrer Umsätze für Forschung und
Entwicklung aus.
Dagegen haben die zehn größten US-Pharmakonzerne im vergangenen Jahr
insgesamt etwa 119 Milliarden Dollar umgesetzt und fast 20 Milliarden Dollar
verdient. Die Pharmariesen haben 1996 nach Darstellung der Fachzeitung
nicht weniger als 11,7 Milliarden Dollar oder knapp zehn Prozent ihres
Gesamtumsatzes für die Entwicklung neuer Medikamente ausgegeben. Ein erheblicher
Anteil dieser Mittel fließt in die Biotechnologie, von der sich die Pharmaindustrie
in den kommenden zehn Jahren neue Medikamente verspricht.
Branchenführer wie Merck, Johnson & Johnson, Bristol-Myers Squibb,
American Home Products, Pfizer und Eli Lilly finanzieren auch kleinere
Biotech-Unternehmen und stellen Mittel für diese Forschung an den US-Universitäten
bereit. Werden die kleinen Partnerfirmen fündig, dann werden sie aber auch
meist rasch geschluckt.
Außerdem gibt es im Biotech-Bereich Unternehmen wie Monsanto und ihre
Tochter Calgene, die sich auf gentechnisch entwickelte Pflanzenschutzmittel
und auf gentechnisch veränderten Mais, Weizen, Reis, Sojabohnen, Raps und
auf Gen-Gemüse konzentrieren.
In den kommenden Jahren soll es bereits Milliardenumsätze und hohe Gewinne mit genetisch verändertem Saatgut und den dazu passenden Unkrautvertilgungsmitteln geben. Monsanto steht dabei in hartem Konkurrenzkampf mit Firmen wie Novartis und AgrEvo - sie gehört Hoechst zu 60 Prozent und der Schering AG zu 40 Prozent - sowie Mycogen. dpa br peWirtschaft/USA/