Copyright dpa, 1997
Bangemann gegen allgemeine Kennzeichnung von Gen-Lebensmitteln
Brüssel (dpa) - EU-Industriekommissar Martin Bangemann hat sich erneut
gegen eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte
Lebensmittel ausgesprochen. Diese sei nur sinnvoll, wenn das Lebensmittel
in der chemischen Zusammensetzung, im Nährwert oder im Verwendungszweck
verändert wurde, sagte Bangemann am Mittwoch in Brüssel. "Alles zu
etikettieren, ist das falsche Prinzip." Dadurch werde der Kunde nicht
schlauer.
Der für Landwirtschaft zuständige EU-Kommissar Franz Fischler forderte,
die Kennzeichnung müsse garantieren, daß die Herkunft des Lebensmittels
bis zum Anfang zurückverfolgt werden könne. Bei Saatgut sei relativ klar,
ob es gentechnisch verändert worden sei oder nicht. Schwieriger werde es
bei Futtermitteln. Die EU-Kommission werde in den kommenden Wochen darüber
beraten und Vorschläge machen.
Bangemann und Fischler regten zugleich eine Diskussion über das europäische Lebensmittelrecht an. "Es ist sehr unübersichtlich geworden und hat eine Reihe von Mängeln", sagte Bangemann. Deshalb gehöre es auf den Prüfstand. Oberstes Ziel muß nach Angaben von Fischler der bestmögliche Schutz der Verbraucher sein. Nach dem Grundsatz "vom Acker bis zum Mittagstisch" müsse die gesamte Nahrungsmittelkette berücksichtigt werden. dpa as gp