dpa 30.04.97 16:15

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Bangemann gegen allgemeine Kennzeichnung von Gen-Lebensmitteln

Brüssel (dpa) - EU-Industriekommissar Martin Bangemann hat sich erneut gegen eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel ausgesprochen. Diese sei nur sinnvoll, wenn das Lebensmittel in der chemischen Zusammensetzung, im Nährwert oder im Verwendungszweck verändert wurde, sagte Bangemann am Mittwoch in Brüssel. "Alles zu etikettieren, ist das falsche Prinzip." Dadurch werde der Kunde nicht schlauer.

Der für Landwirtschaft zuständige EU-Kommissar Franz Fischler forderte, die Kennzeichnung müsse garantieren, daß die Herkunft des Lebensmittels bis zum Anfang zurückverfolgt werden könne. Bei Saatgut sei relativ klar, ob es gentechnisch verändert worden sei oder nicht. Schwieriger werde es bei Futtermitteln. Die EU-Kommission werde in den kommenden Wochen darüber beraten und Vorschläge machen.

Bangemann und Fischler regten zugleich eine Diskussion über das europäische Lebensmittelrecht an. "Es ist sehr unübersichtlich geworden und hat eine Reihe von Mängeln", sagte Bangemann. Deshalb gehöre es auf den Prüfstand. Oberstes Ziel muß nach Angaben von Fischler der bestmögliche Schutz der Verbraucher sein. Nach dem Grundsatz "vom Acker bis zum Mittagstisch" müsse die gesamte Nahrungsmittelkette berücksichtigt werden. dpa as gp


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