Schweizer Firma zieht 7,5 Tonnen Gentech-Soja zurück
dpa 14.07.97 15:26
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Schweizer Firma zieht 7,5 Tonnen Gentech-Soja zurück
Küssnacht (dpa) - Der Schweizer Lebensmittelproduzent Baer AG
zieht 7,5 Tonnen Frischsoja-Produkte zurück, die gentechnisch
verändertes Soja enthalten. Die Kosten beliefen sich auf bis zu
einer halben Millionen Franken, erklärte Baer-Sprecher Jiri
Paukert am Montag in Küssnacht (Zentralschweiz).
Die Coop-Schweiz, in der Schweiz mit 1 200 Läden nach eigenen
Angaben die größte Lebensmittelkette für Markenartikel, nahm
die Produkte sofort aus den Regalen.
Das Kantons-Laboratorium in Bern hatte bei einer
Stichprobenkontrolle gentechnisch verändertes Soja-Eiweiß in
dem Produkt "Yasoja" festgestellt. Eine Probe der
gleichen Lieferung war bei einem früheren Test eines
Privatlabors nach Angaben Baers noch negativ ausgefallen. Der
Inhalt der 30 000 zurückgezogenen Yasoya- Packungen soll an
Schweine verfüttert werden.
Im März hatte das Unternehmen Kraft-Jacobs-Suchard 500 Tonnen
Schokolade mit Lecithin aus gentechnisch veränderter Soja vom
Markt zurückgezogen. Die Schokolade wurde teils an karitative
Organisationen verschenkt, teils in außereuropäische Länder
exportiert.
Das Schweizer Bundesgericht hatte im Juni entschieden, die
Einfuhr von gen-verändertem Soja bleibe vorläufig möglich. Ein
provisorisches Verbot bis zum endgültigen Urteil über eine
Klage von Gensoja- Gegnern lehnten die Richter ab, da keine akute
Gefährdung der Bevölkerung bestehe.
"Wir lehnen gentechnisch veränderte Stoffe ab", sagte
Paukert. Auch ein Coop-Sprecher betonte, nach Ansicht des Großverteilers
gebe es bei Soja weder einen echten Kundennutzen, noch wolle der
Endverbraucher gentechnisch verändertes Soja. dpa hh fk