Wien, 11. August 1997

Presseaussendung von Greenpeace Österreich

Greenpeace/Gentechnik/Futtermittel/Soja

Erfolg für Österreichs Konsumenten: Gentech-freie Soja eingetroffen

Greenpeace: Schlauchboot-Eskorte für erste Lieferung aus Brasilien

Linz / Rio de Janeiro - Mit Schlauchbooten und "Willkommen"-Transparenten begrüßten heute dreissig Greenpeace Aktivisten die ersten Schiffe mit garantiert Gentech-freier Soja im Linzer Hafen. Das oberösterreichische Familienunternehmen Pilstl nahm den österreichischen Konsumenten beim Wort: Pilstl gelang es als erstem, garantiert Gentech-freie Soja aus Brasilien nach Österreich zu importieren. Unternehmerische Eigeninitiative und Pilstls persönliche Skepsis gegenüber Gentechnik in der Landwirtschaft ermöglichten die Verwirklichung dieses Vorhabens.

Trotz des Fehlens einer Unterstützung von Seiten der österreichischen Landwirtschafts-vertreter sind damit ab sofort große Mengen Sojaschrot mit Gentech-frei-Zertifikat verfügbar. "Man kann den Österreichern für diese Leistung nur Respekt zollen," betont Benny Haerlin, Kampagnenleiter bei Greenpeace International. "Gentech-freier Import ist möglich. Damit wird ein Präzedenzfall in der EU geschaffen. Zugleich wird mit dem Erschließen dieser Marktnische in Brasilien der Mut geschürt, sich dem US-amerikanischen "Gentech-Druck" zu verweigern."

Seit Januar dieses Jahres ist auf Drängen der amerikanischen Agro-Konzerne auch in den Österreichischen Futtermitteln Gentech-Soja zu finden. "Geflügel, Eier und Fleisch waren bis jetzt die Sorgenkinder der Handelsketten, die ihren Kunden Gentech-freie Produkte anbieten möchten," erklärte Dkfm. Philip Markl von SPAR Österreich. "Nun ist das Warten zu Ende. Schon in wenigen Wochen können wir garantiert Gentech-frei gefütterte Hühner, Puten und Eier anbieten."

Das Handelshaus Pilstl war österreichweit das einzige Unternehmen dieser Branche, das auf Anregung von Greenpeace schon im Herbst 1996 begann, eine Gentech-frei-Schiene für Futtermittel aufzubauen. "Die anderen großen Importeure, allen voran Raiffeisen, zögern noch immer, dem Bedürfnis der Konsumenten nach Gentech-freiem Essen nachzukommen," bedauert Wolfgang Pekny von Greenpeace. "Nun sind die Würfel gefallen: Wer ab jetzt keine gentech-freie Ware anbietet, hat die Rechnung ohne die Konsumenten gemacht". Die Versorgung Österreichs hat bis auf weiteres Priorität, doch ist bereits an eine Expansion in andere EU-Länder gedacht, sobald der Gentech-frei-Markt in Österreich fest etabliert ist.

 

Weitere Informationen:

Wolfgang Pekny , Greenpeace Österreich, Handy: 0663/9208162

Robert Francan, Greenpeace Österreich, Tel.: 01/7130031/26

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Infos: Bruno Heinzer, Genschutz-Kampagne Greenpeace Schweiz
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