Greenpeace-Presseerklärung vom 29.8.97

Nach Protest gegen genmanipulierte Schokocremes nimmt auch Schneekoppe das Produkt zurück

Hamburg, 29.8.97: Nach dem Lebensmittelhersteller "Eduscho" hat jetzt auch die Firma "Schneekoppe" in Seevetal bei Hamburg erklärt, genmanipulierte Schokocreme aus dem Handel zurückzuziehen und bereits verkaufte vom Konsumenten zurückzunehmen.

Durch die Rückgabe von Nuss-Nougat-Cremes an einen Hersteller, in denen Gentech-Soja nachgewiesen worden war, hat Greenpeace die Unternehmen zu diesem Schritt bewegt.

Lediglich die Firma "Winsenia" in Winsen bei Lüneburg bezweifelt immer noch die positiven Analysen durch die zwei renommiertesten Fachlabors Deutschlands, die unabhängig voneinander die Gen-Bestandteile fanden. "Winsenia" verzögert zudem die Rückholung ihrer beanstandeten Produkte.

Alle genannten Firmen wollen zukünftig bei ihren Rohstofflieferanten auf Gentechfreiheit bestehen. "Eduscho" will zudem sein gesamtes Sortiment auf Gentech-Bestandteile untersuchen lassen. Sollte Gentech-Soja auch in anderen Produkten auftauchen, will man auch diese aus dem Handel zurückziehen.

Greenpeace-Sprecher Jan van Aken: "Bislang ist der deutsche Lebensmittelmarkt nahezu frei von gentechnisch manipulierten Sojaprodukten, und das soll nach dem Willen der Verbraucher auch so bleiben." Umfragen belegen, daß mehr als achtzig Prozent der Konsumenten kein Gen-Food akzeptieren.

Erstmalig war am Montag bekannt geworden, daß in deutschen Supermärkten Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen verkauft worden sind. Darunter befanden sich die "Käpt'n Blaubär Milch-Schoko-Creme" der Winsener Lebensmittelfirma "Winsenia"- ein Tochterunternehmen der "Schwartauer Werke GmbH", sowie eine Nuss-Nougat-Creme der Firma "Schneekoppe" und eine weitere der Firma "Eduscho".

Keines dieser Produkte war als gentechnisch verändert gekennzeichnet. Von den Firmen "Winsenia" und "Schneekoppe" lagen Greenpeace schriftliche Erklärungen vor, daß in ihren Produkten keine genmanipulierten Rohstoffe eingesetzt werden sollen.

Seit Herbst letzten Jahres wird vom amerikanischen Chemiekonzern "Monsanto" genmanipuliertes Soja, vermischt mit nichtmanipuliertem Soja, auf den europäischen Markt gebracht. Greenpeace fordert die eindeutige Trennung beider Sorten. Aufgrund massiver Proteste auch durch die Greenpeace-Verbraucherinitiative "EinkaufsNetz" haben inzwischen die meisten Lebensmittelhersteller in Deutschland erklärt, Gentech-Soja nicht zu verwenden.


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