Presseerklärung vom 10.10.1997
GREENPEACE FORDERT AUF DER ANUGA:
KEINE GENTECHNIK INS ESSEN !
Hamburg, 10.10.1997. Auf der Allgemeinen Nahrungs- und Genussmittelausstellung (ANUGA) in Köln wird Greenpeace am Samstag 430.000 Unterschriften an die deutschen Lebensmittelproduzenten übergeben. Darin werden die Hersteller aufgefordert, auf den Einsatz genmanipulierter Rohstoffe zu verzichten. Nach wie vor lassen einige Firmen die Konsumenten im Ungewissen, ob sie Soja oder Mais verwenden, die gentechnisch verändert sind. Die Verbraucher verlangen aber Aufklärung. Greenpeace wird deshalb in einer mobilen Ausstellung die Besucher der ANUGA über den Einsatz von Gentech-Soja in Lebensmitteln informieren.
Seit einem Jahr wird genmanipulierte Soja nach Deutschland eingeführt. Ein Großteil der deutschen Lebensmittelhersteller hat gegenüber Greenpeace und Verbrauchern erklärt, derzeit auf Gentechnik-Soja zu verzichten. Dennoch können sich die Verbraucher beim Einkauf nicht sicher fühlen. So bewertet der Branchenriese Nestlé die Gentechnik als "wichtige Zukunftstechnologie" und hat entschieden, daß genmanipulierte Sojabohnen in ihren Produkten eingesetzt werden können. Noch sichert die Nestlé Deutschland AG eine Produktion ohne Gentech-Soja zu, will aber keine Garantie für im Ausland hergestellte Waren übernehmen.
"Die deutschen Produzenten müssen klarstellen, daß sie auch künftig den Verbraucherwunsch respektieren werden und auf genmanipulierte Lebensmittel verzichten" fordert Jan van Aken, Gentechnik-Experte bei Greenpeace.
Das Greenpeace-EinkaufsNetz, in dem 215.000 Mitmacher und Mitmacherinnen organisiert sind, hat eine Herstellerliste zusammengestellt, aus der die ablehnende Haltung von über 200 deutschen Lebensmittelherstellern zum Einsatz genmanipulierter Rohstoffe hervorgeht. 25 Produzenten - unter ihnen namhafte Firmen wie Erasco, Ehrmann, Appel und Nestlé International - stehen noch auf der "Grauen Liste", da sie bislang keine eindeutige Auskunft über die Verwendung von Gentech-Pflanzen gegeben haben.
"Eine gentechnikfreie Produktion ist möglich. Wer hier unklar bleibt, steht im Verdacht, den Verbrauchern gegen ihren Willen die Gentechnik-Ware unterzumischen", sagt Jan van Aken.
Das Greenpeace-Infomobil befindet sich auf der ANUGA neben dem Eingang Rheinhallen und ist während der Messezeiten geöffnet. Gentechnik-Experten von Greenpeace informieren hier über die Risiken beim Einsatz von Gentechnik in Lebensmitteln.