Kohl für Gentechnik in der Landwirtschaft - Anuga ..
dpa 11.10.97 14:46
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Kohl für Gentechnik in der Landwirtschaft - Anuga in Köln
eröffnet
Köln (dpa) - Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl hat auf die
große wirtschaftliche Bedeutung der Gentechnik für Deutschland
hingewiesen und sich für den Einsatz dieser Technik auch in der
Landwirtschaft ausgesprochen.
Bei der Eröffnung der weltgrößten Ernährungsmesse Anuga am
Samstag in Köln ermahnte Kohl aber auch, die weit verbreiteten
Ängste der Bevölkerung hinsichtlich der Gentechnik sehr ernst
zu nehmen und auf sie einzugehen.
Die Verbraucher müßten mehr über moderne genetische Verfahren
wissen, über Chancen und Risiken für Mensch und Umwelt, aber
auch über die "große wirtschaftliche Bedeutung der
Gentechnik für unser Land". Um mit dem weltweiten Bevölkerungswachstum
Schritt halten zu können, sollte nach den Worten Kohls die
"grüne Gentechnik" zur Pflanzenzucht eingesetzt
werden.
Kohl forderte Hersteller und Handel auf, die Vorbehalte bei
Verbrauchern hinsichtlich der gesundheitlichen Sicherheit von
Lebensmitteln abzubauen. Das Angebot an Nahrungs- und Genußmitteln
sei zuwar qualitativ hochwertig und gesundheitlich sicher wie nie
zuvor. Dies entspreche aber nicht der Einschätzung vieler
Verbraucher.
Viele meinten, die Qualität unserer Lebensmittel habe sich
verschlechtert. Kohl sprach sich in diesem Zusammenhang dafür
aus, die Verbraucherinformationen über Lebensmittel zu verstärken.
"Wenn es zum Beispiel heißt, daß jeder zweite Konsument
beim Kauf von Fleisch- und Wurstwaren heute sicher sein will, daß
Herkunft und Qualität stimmen, so müssen wir diesem
Informationsbedürfnis nachkommen", erklärte Kohl.
Ein Sprecher der deutschen Ernährungsindustrie verlangte, seine
Branche sollte sich zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit
klar und eindeutig zur Gentechnik bekennen.
Die Ernährungsindustrie könne und müsse sich guten Gewissens für
eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung und Anwendung der
Gentechnik einsetzen, betonte Peter Traumann, Vorsitzender der
Vereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. Seine Branche
habe nichts zu verbergen und handle absolut legal, wenn sie
Rohstoffe verwende, die mit Hilfe der Gentechnik hergestellt
worden seien.
Auf der Anuga stellen 6 540 Anbieter aus 103 Nationen sechs Tage
hindurch ein lückenloses Angebot an Lebensmitteln und Getränken
aus.
Über 70 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Die Messe
ist Fachbesuchern vorbehalten. dpa fi ln