dpa 16.10.97 15:07


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Österreich kämpft weiter für nationales Importverbot für Gen-Mais

Luxemburg (dpa) - Österreich kämpft weiter den Erhalt seines nationalen Importverbots für genmanipulierten Mais, das von der EU- Kommission bereits für unzulässig erklärt wurde.

"Wir sind überzeugt, daß das Importverbot den Interessen der Verbraucher nicht nur in Österreich, sondern auch in ganz Europa Rechnung tragen würde", sagte der österreichische Umweltminister Martin Bartenstein am Donnerstag am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg.

Neue wissenschaftliche Studien würden den Verdacht von Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt erhärten.

Von den EU-Mitgliedsstaten forderte Bartenstein, die Bedenken Österreichs zu berücksichtigen und das Anliegen zu unterstützen. Ein Ausschuß mit Vertretern der Mitgliedsländer muß am 5. November über die Aufforderung der EU-Kommission, das Verbot zurückzunehmen, entscheiden.

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte die EU- Umweltminister auf, "für ihr Recht zu kämpfen, Gentech-Essen abzuweisen". Die EU-Kommission mißbrauche ihre Macht, gefährde die Umwelt und höhle den Gesundheits- und Verbraucherschutz aus, sagte Marina Holbach von Greenpeace Luxemburg in einer Presseerklärung.

Vor der Klimaschutzkonferenz im Dezember in Kyoto bekräftigten die Umweltminister die Verhandlungspostion der Europäischen Union. Die EU will die Treibhausgase bis zum Jahr 2010 um 15 Prozent gegenüber 1990 reduzieren.

Scharfe Kritik übten die Minister daran, daß andere wichtige Industriestaaten bislang keine oder ungenügende Vorschläge unterbreitet haben. Die USA haben noch keinen Vorschlag vorgelegt, Japan hat eine Reduzierung der Treibhausgase zwischen 2002 und 2012 um durchschnittlich fünf Prozent vorgeschlagen.

Bei ihrem Treffen wollen die EU-Umweltminister auch die Trinkwasser-Richtlinie von 1980 novellieren. Für Blei soll der Grenzwert deutlich gesenkt werden. Übergangsfristen von fünf und 15 Jahren sollen es den EU-Ländern ermöglichen, alle Bleirohre in der Kanalisation auszuwechseln, um die schärferen Grenzwerte einhalten zu können. Frankreich und Italien forderten noch längere
Übergangszeiten. dpa as fk


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