Genpflanzen verändern die Natur
Hamburger Abendblatt, 30.10.1997
dpa London - Französischen Wissenschaftlern ist der Nachweis gelungen, daß genveränderte Pflanzen langfristig auch die Natur verändern. Sie gaben ihr Erbgut an wildwachsende Nachbarn weiter. Die Übertragung sei zwar langwierig und unter natürlichen Bedingungen vermutlich auch selten, aber keineswegs ausgeschlossen, berichten die Forscher vom Institut für Landwirtschaft in Le Rheu in dem britischen Fachblatt "Nature" (Band 389).
Die Biologen kreuzten genmanipulierten Ölraps (Brassica napus) mit dem nahen verwandten, wild wachsenden Hederich (Raphanus raphanistrum). Der Raps enthielt ein Gen, das der Pflanze eine Resistenz gegen den Unkrautvernichter "Basta" verleiht. Zwar dauerte es unter Freilandbedingungen vier Generationen, bis das Resistenzgen fest eingebaut war. Der Beweis ist damit aber gelungen, daß Wildpflanzen unfreiwillig manipuliert werden.
In vorangegangenen Studien hatten schottische Experten nachweisen können, daß Blütenstaub von Ölraps sich noch 2,5 Kilometer entfernt vom Anbaufeld wiederfand.