Novartis kontra Studie: Gentech-Mais schadet Nutzi..
dpa 01.12.97 16:59
Copyright dpa, 1997
Novartis kontra Studie: Gentech-Mais schadet Nutzinsekten
nicht
Basel/Wehr (dpa) - Der Pharmakonzern Novartis (Basel) hat
Studienergebnissen widersprochen, wonach Genmanipulationen an
Mais auch nützlichen Insekten schaden kann. Die Ergebnisse einer
offiziellen Schweizer Studie, wonach gentechnische Veränderungen
an Pflanzen in die Nahrungskette hineinwirken, stünden im
Widerspruch zu eigenen Untersuchungen, teilte die Novartis
Deutschland GmbH in Wehr (Baden-Württemberg) am Montag mit.
Die "Badische Zeitung" (Freiburg) hatte am Montag von
der Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarökologie
und Landbau in Zürich berichtet, wonach gentechnisch veränderter
Mais von Novartis nicht nur dem Maiszünsler, einem Agrarschädling,
schade. Vielmehr seien im Laborversuch auch zwei von drei
Florfliegen verendet, die mit Maiszünslerlarven gefüttert
worden waren.
Ein solcher Sprung in die Nahrungskette sei bisher ausgeschlossen
worden. Eine schottische Studie mit gentechnisch veränderten
Kartoffeln komme zu ähnlichen Ergebnissen.
Dagegen erklärte Novartis am Montag, bisher sei bei derartigen
Versuchen und in der zweijährigen Anbauphase in den USA kein schädlicher
Einfluß auf nützliche Insekten entdeckt worden. Man nehme die
Ergebnisse der schon vor zwei Monaten vorgestellten Untersuchung
aus Zürich aber ernst und werde notfalls weiter forschen.
Gentech-Mais darf seit Ende 1996 mit Genehmigung der
EU-Kommission in Brüssel in die EU-Mitgliedsländer eingeführt
werden. Am vergangenen Donnerstag hatte die französische
Regierung den Anbau genehmigt. dpa wa jb