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Gentechnik in der Landwirtschaft

Ablehnung und Bedenken der Bevölkerung ignorierend, haben sich nun praktisch alle Unternehmen der "Pflanzenschutz"-Industrie auf den Weg gemacht, maximale Profite aus dem neuen Geschäft Gentechnologie zu ziehen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.9.1996: In Deutschland sind in diesem Jahr 12 von 33 Freilandversuchen von militanten Gegnern sogar zerstört worden. Umfragen ergeben klare Mehrheiten gegen die Gentechnologie[...]. Doch was immer sie (die Kritiker)vorbringen mögen, sie befinden sich in der Defensive. Die großen Pflanzenschutzkonzerne arbeiten mit Macht an der Erschließung dieses Marktes. Hierzu gehört in Deutschland die Hoechst Schering Agrevo GmbH, Berlin. Das Gemeinschaftsunternehmen von Hoechst (Anteil von 60 Prozent) und Schering hat 1995 mit klassischen Mitteln gegen Unkräuter, Pilze und Schädlinge 3.6 Milliarden DM umgesetzt. Zum Vergleich: Bayer kam in diesem Geschäft auf 3.3 Milliarden, die BASF auf 2.3 Milliarden DM. Doch nur die Agrevo kann für sich in Anspruch nehmen, entschlossen die Gentechnologie für den Pflanzenschutz zu nutzen.[...] Für das Jahr 2005 erwartet das Gemeinschaftsunternehmen von Hoechst und Schering für biotechnische Produkte (Saatgut und Pflanzenschutzmittel) ein Volumen von rund 9 Millarden DM[...] (Zitat Ende)

Agrotechnische Anwendungen der Gentechnologie beinhalten Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen und stellen damit ein Risiko für die Umwelt dar. Dies insbesondere, da die Anwendungen nicht durch wissenschaftliche Einsichten, sondern allein durch wirtschaftliche und politsche Gesichtspunkte geleitet werden.

Massive Freisetzungen

Freisetzungen von gentechnisch veränderten Pflanzen zu Versuchs- und zu kommerziellen Zwecken geschehen bereits. Waren es 1986 nur 5 Feldversuche, so wurden 1995 weltweit bereits 3.647 Freisetzungs-Genehmigungen erteilt. (Dabei kann eine Genehmigung insbesondere in den USA viele Freisetzung abdecken). Monsantos Sojabohne wird in den USA auf einer Fläche von mehr als 1 Millionen Acre angebaut. Der Mais von Ciba-Geigy auf 470.00 Acre und Monsantos "pestizidresistente" Bt-Baumwolle auf etwa 2 Millionen Acre.

Diese bisher größte kommerzielle Freisetzung in den USA hat sich gleichzeitig als großer Flop in der kommerziellen Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft herausgestellt. Die Baumwolle, die angeblich immun gegen Insektenfraß sein sollte, fiel dem "bollworm" zum Opfer. Schädlige wuchsen und gediehen. Mehrere tausend Hektar von Bt-Cotton waren befallen und entgegen den Versprechungen mußten die amerikanischen Farmer massiv Pestizide einsetzen. (Sience 273, 423, (1996), UCS Presseinformation und TAZ vom 12.8.96)

Die Einfuhr von Ciba-Geigys pestizid- und herbizidresistem Mais in die Europäische Union ist verboten worden, weil Wissenschaftler befürchten, daß ein verwendetes Makierungsgen Antibotikaresistenz oder sogar neue Krankheiten bedingen kann. Man befürchtet, daß das Gen bei der Verdauung auf Darmbakterien z.B. der Kuh die den Mais frißt, übertragen werden kann. Eine folgende Übertragung auf andere Bakterien die krankheitsauslösend für Mensch und Tier wirken können, ist ebenfalls nicht auszuschließen. (Quelle: "A Moral Maize," THE ECONOMIST, September 14, 1996.)

Diese beiden Beispiele zeigen, daß massive Freisetzungen von genmanipulieren Organismen durchgeführt werden, ohne die bestehenden wissenschaftlichen Bedenken in irgendeiner Weise zu berücksichtigen.


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